Mit der derzeitigen Geschwindigkeit ĂŒbersteigt die Produktion digitaler Daten bei weitem die der SpeicherkapazitĂ€ten, was Entscheidungen erfordert, wie etwa bestimmte Informationen nicht zu behalten oder die QualitĂ€t der gespeicherten Daten zu verschlechtern.
Um diesem wachsenden Bedarf an Speicherplatz zu begegnen, haben Forscher der Fujian Normal University in China ein originelles Verfahren entwickelt, das gleichzeitig mehrere Eigenschaften des Lichts nutzt, um Informationen dreidimensional zu speichern. Diese Methode ermöglicht es, weitaus mehr Daten in einem Volumen unterzubringen, das herkömmlichen Verfahren entspricht, und bietet so einen ernsthaften Ansatz, um die Nachfrage zu befriedigen.

Darstellung einer in einem Material gespeicherten Daten-Seite durch Holographie, unter gleichzeitiger Nutzung von IntensitÀt, Phase und Polarisation des Lichts.
Quelle: Xiaodi Tan, Fujian Normal University in China
Die meisten aktuellen Systeme, wie Festplatten, speichern Daten auf einer flachen OberflĂ€che. Die neue Technik hingegen stĂŒtzt sich auf das Prinzip der Holographie, um die Informationen in die Tiefe eines Materials einzuschreiben. Durch die Ăberlagerung mehrerer Muster in einem Volumen verbessert dieser Ansatz die Speicherdichte erheblich.
Die Idee eines holographischen Speichers ist nicht neu, aber die Innovation liegt hier in der gleichzeitigen Nutzung von drei Licht-Eigenschaften, um 'Seiten' mit optischen Informationen zu erzeugen.
Licht ist nicht nur ein einfacher Lichtstrom. Es besitzt unter anderem eine Eigenschaft namens Polarisation, die die Schwingungsrichtung seiner Welle beschreibt. Den Forschern ist es gelungen, diese Polarisation zu einem stabilen und zuverlÀssigen Informationskanal zu machen, zusÀtzlich zu den bereits genutzten Eigenschaften der IntensitÀt und Phase.
Um dies zu erreichen, wandten sie eine dreidimensionale Modulations-Technik an, die es einer einzigen optischen Vorrichtung ermöglicht, diese drei Parameter gleichzeitig und koordiniert zu steuern. Die Aufzeichnung ist zuverlĂ€ssig und fĂŒr die meisten Anwendungen schnell genug.
Das Auslesen dieser mehrdimensionalen Daten stieà jedoch bisher auf ein erhebliches technisches Hindernis. Standard-Sensoren können nur die LichtintensitÀt direkt und in einem Durchgang messen, was die anderen Informationen unzugÀnglich macht.
Um diese HĂŒrde zu umgehen, griffen die Wissenschaftler auf ein kĂŒnstliches neuronales Netz zurĂŒck. Nach dem Lernen aus Beugungsbildern wurde dieses in der Lage, alle drei Dimensionen aus einfachen IntensitĂ€tsmessungen zu rekonstruieren. Es analysiert die kleinen Feinheiten in den Mustern, um die fehlenden Informationen ĂŒber Phase und Polarisation in der Aufzeichnung abzuleiten.
Nachdem das Konzept im Experiment validiert wurde, beobachteten die Forscher, dass dieser kombinierte Ansatz tatsĂ€chlich die Menge an Informationen erhöhte, die eine einzige holographische Seite tragen kann. Die gleichzeitige Dekodierung durch die kĂŒnstliche Intelligenz beschleunigt das Auslesen erheblich, da sie mehrstufige Messungen vermeidet. Diese Allianz zwischen Optik und KI ermöglicht so eine gleichzeitig dichte Speicherung mit einer zuverlĂ€ssigen und schnellen Auslesung.
Derzeit befindet sich diese Technologie noch im experimentellen Stadium. Mehrere Verbesserungen sind erforderlich, bevor ein möglicher Einsatz in Frage kommt. Die Wissenschaftler planen, die Auflösung der kodierten Daten zu erhöhen und die Robustheit der polarisationsempfindlichen Speichermaterialien zu verbessern.
Das letztendliche Ziel ist es, diese Methode mit anderen Multiplexing-Techniken zu kombinieren, um mehrere Daten-Seiten parallel aufzuzeichnen und so die KapazitÀtsgrenzen weiter zu verschieben.