WÀhrend des Ediacariums vor 574 Millionen Jahren glichen die ersten Tiere Farnen. Sie hatten weder Mund noch Organe und ernÀhrten sich, indem sie NÀhrstoffe aus dem Wasser aufnahmen. Zur Fortpflanzung nutzten sie AuslÀufer, eine Art StÀngel, die Klone hervorbrachten, Àhnlich wie bei heutigen Erdbeerpflanzen.

Illustration einer ediacarischen Tiergemeinschaft.
Bildnachweis: Hugo Salais
In den nÀhrstoffreichen GewÀssern des Ediacariums war das Leben friedlich. Ohne RÀuber oder Konkurrenten hatten die Tiere keine Notwendigkeit sich zu verÀndern. Die Forscher zeigten, dass die ungeschlechtliche Fortpflanzung die Konkurrenz zwischen den Individuen einschrÀnkte, da die durch AuslÀufer verbundenen Klone Ressourcen teilten. Ergebnis: Die Evolution stagnierte.
Um dieses PhĂ€nomen zu verstehen, analysierten die Wissenschaftler Fossilien aus Neufundland mit einem Laser, einer kĂŒnstlichen Intelligenz und einem Computermodell. Letzteres, genannt Approximate Bayesian Computation, ermöglichte es, tausende Szenarien zu simulieren, um zu sehen, wie verschiedene Fortpflanzungsstrategien die Vielfalt beeinflussten.
Ihre Ergebnisse stimmen mit den Fossilien ĂŒberein: Die durch AuslĂ€ufer begrenzte Ausbreitung erklĂ€rt, warum die ersten Tiergemeinschaften nur wenige Arten umfassten. Als dann einige Tiere in flachere GewĂ€sser abwanderten, waren sie Belastungen wie Gezeiten, StĂŒrmen und Temperaturschwankungen ausgesetzt. Dieser Druck begĂŒnstigte das Auftreten der geschlechtlichen Fortpflanzung.

Fossilien von Fractofusus, einem ediacarischen Tier.
Bildnachweis: Emily Mitchell
Mit der geschlechtlichen Fortpflanzung nahmen die Ausbreitungsdistanzen zu, sodass die Tiere neue Gebiete besiedeln konnten. Die Konkurrenz verstĂ€rkte sich und beschleunigte die Evolution. Dies fĂŒhrte zur 'zweiten Welle' des Ediacariums und dann zur kambrischen Explosion, bei der das Leben mobil und vielfĂ€ltig wurde.