🔭 Erste 3D-Karte der Atmosphäre des Uranus

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Der Planet Uranus enthüllt endlich einige seiner am besten verborgenen Phänomene dank einer völlig neuen Kartierung seiner oberen Atmosphäre. Zum ersten Mal in drei Dimensionen erstellt, bietet dieser Überblick Einblicke in die aktiven Mechanismen dieser eisigen Welt.

Diese neue Ansicht zeigt helle Polarlichter in der Nähe der magnetischen Pole sowie deutliche Temperaturänderungen über mehrere tausend Kilometer Höhe. Die Signatur des geneigten Magnetfeldes des Uranus erscheint deutlich in diesen Messungen und zeigt, wie sich Energie in den äußeren Schichten ausbreitet und mit geladenen Teilchen in Wechselwirkung tritt, was zu einzigartigen atmosphärischen Strukturen führt.

Nahe den magnetischen Polen des Uranus wurden zwei helle Polarlichtbänder entdeckt, mit einer Abnahme von Emissionen und Ionendichte in der Region zwischen den Bändern, wahrscheinlich verbunden mit Übergängen in den Magnetfeldlinien.
Bildnachweis: ESA/Webb, NASA, CSA, STScI, P. Tiranti, H. Melin, M. Zamani (ESA/Webb)

Um diese Ergebnisse zu erzielen, wurde das James-Webb-Weltraumteleskop für fast 17 Stunden auf Uranus gerichtet und zeichnete so eine vollständige Rotation des Planeten auf. Sein Instrument NIRSpec ermöglichte es, die schwachen Emissionen von Molekülen in der Hochatmosphäre zu quantifizieren und lieferte noch nie dagewesene Details über die Verteilung von Ionen und die Temperatur in verschiedenen Höhen, wobei seine stabile Position am Lagrange-Punkt L2 genutzt wurde.

Ein weiterer markanter Punkt ist die kontinuierliche Abkühlung der oberen Atmosphäre des Uranus seit den 1990er Jahren. Die Temperaturen erreichen ihren Höhepunkt zwischen 3000 und 4000 Kilometern über den Wolken, mit einem Durchschnitt von etwa 426 Kelvin, einem Wert, der unter früheren Schätzungen liegt. Diese langfristige Entwicklung deutet darauf hin, dass der Planet allmählich gespeicherte Wärme abgibt, was Auswirkungen auf seine atmosphärische Zirkulation und seine Energiebilanz hat.

Was die Polarlichter des Uranus betrifft, so treten sie in Form von zwei hellen Bändern nahe den magnetischen Polen auf, getrennt durch eine dunkle Zone, die mit der besonderen Struktur des Magnetfelds zusammenhängt. Dieses Phänomen, das an Beobachtungen auf Jupiter erinnert, zeigt, wie geladene Teilchen mit der Atmosphäre interagieren und dabei deutliche Muster erzeugen, die sich mit Längengrad und Höhe verändern, im Zusammenhang mit der dezentrierten und geneigten Natur der Uranischen Magnetosphäre.

Das Verständnis der Energiebilanz des Uranus hilft Astronomen, eisige Gasriesen besser zu erfassen, die in anderen Sternsystemen häufig vorkommen. Diese Entdeckungen bahnen somit einen Weg für das Studium ferner Exoplaneten, indem sie Modelle liefern, um Daten über ähnliche Körper jenseits unseres Sonnensystems zu interpretieren.