đŸ§¶ Dieser Kristall erzeugt von selbst ein mikroskopisches Netzwerk, das wie ein Gewebe aussieht

Bleiben Sie immer informiert: Folgen Sie uns auf Google (klicken Sie auf ☆)

Ein transparenter Kristall kann in seinem Inneren von selbst ein erstaunliches mikroskopisches Netzwerk erzeugen. Es Ă€hnelt einem Gewebe, dessen FĂ€den sich kreuzen, indem sie ĂŒbereinander hinweg verlaufen. Noch besser: Einzelne Teile lassen sich mit einem Laser neu anordnen. Dieses Verhalten könnte eines Tages dazu dienen, Informationen mit Licht zu manipulieren oder zu speichern.

Das untersuchte Material trĂ€gt den Namen KTN:Li. Es enthĂ€lt unter anderem Kalium, Tantal, Niob und Lithium. Seine Besonderheit tritt auf, wenn es ausreichend abkĂŒhlt. Kleine Bereiche des Kristalls nehmen dann jeweils eine bestimmte elektrische Ausrichtung an. Physiker nennen diese Bereiche „DomĂ€nen“.

Laserinduziertes Entwirren der „DomĂ€nenstruktur“.

Um das Netzwerk entstehen zu lassen, kĂŒhlte das Team den Kristall langsam ab. Der Übergang erfolgt bei etwa 292 K, also ungefĂ€hr 19 °C. Etwa 2 °C darunter, also bei rund 17 °C, beginnen die DomĂ€nen eine ungewöhnliche Form anzunehmen. Statt einfach nebeneinanderzubleiben, bilden sie Filamente, die sich in allen drei Dimensionen des Kristalls kreuzen.

Das Ergebnis erinnert tatsÀchlich an ein Gewebe auf winzigster Skala.

An jeder Kreuzung kann ein Filament ĂŒber oder unter einem anderen verlaufen. Die Anordnung ist nicht ĂŒberall gleich und folgt keinem sich perfekt wiederholenden Muster. Wird der Kristall erneut erwĂ€rmt und dann wieder abgekĂŒhlt, entsteht eine andere Anordnung. Sobald sich das Netzwerk jedoch gebildet hatte und die Temperatur konstant gehalten wurde, blieb seine Struktur wĂ€hrend der Experimente bis zu sechs Stunden stabil.

Um zu prĂŒfen, dass die Filamente auf einem ebenen Bild nur eine Illusion von Kreuzungen erzeugten, beobachteten die Wissenschaftler verschiedene Tiefen des Kristalls. Auf diese Weise rekonstruierten sie das Netzwerk in drei Dimensionen. Weitere Messungen zeigten, wie die verschiedenen Bereiche elektrisch ausgerichtet waren und wie sie zusammentrafen.

Diese Art der Verflechtung hilft dem Netzwerk, an Ort und Stelle zu bleiben. Um einen Teil zu verĂ€ndern, genĂŒgt es nicht, dass er seine Ausrichtung leicht Ă€ndert: Einige Kreuzungen mĂŒssen ebenfalls gelöst werden. Die Form des Netzwerks selbst verleiht ihm also eine gewisse StabilitĂ€t. In der Physik wird diese Art von Widerstand, die mit der geometrischen Anordnung zusammenhĂ€ngt, als „topologischer Schutz“ bezeichnet.

Diese StabilitĂ€t verhindert jedoch nicht, dass der Kristall beeinflusst werden kann. Die Forscher verwendeten einen grĂŒnen Laser mit einer WellenlĂ€nge von 514 nm. Indem sie auf einen kleinen Bereich zielten, gelang es ihnen, einige Verflechtungen lokal zu lösen und die DomĂ€nen neu anzuordnen. Ein Infrarotlaser mit 1040 nm rief nicht denselben Effekt hervor. WĂ€hrend dieser Beobachtungen wurde kein irreversibler Schaden am Kristall festgestellt.

Die Möglichkeit, eine stabile Anordnung zu bewahren und sie dann prĂ€zise mit Licht zu verĂ€ndern, ist vor allem fĂŒr die Forschung zu photonischen Speichern von Interesse. In diesen Bauelementen wĂŒrde Licht zum Speichern oder Verarbeiten von Informationen beitragen. Die Autoren erwĂ€gen auch Forschungen zu Systemen, die von neuronalen Netzen inspiriert sind. Vorerst handelt es sich um ein im Labor beobachtetes PhĂ€nomen: Der nĂ€chste Schritt besteht darin, zu lernen, diese Netze prĂ€zise genug zu erzeugen und zu steuern, um daraus eine echte Vorrichtung zu machen.

MI
mimipartie

Ich habe schon gesehen, wie super regelmĂ€ĂŸige Muster beim AbkĂŒhlen von Schokolade entstanden sind, aber hier geschieht das regelrecht im 3D-Kristall, wow. Dass man danach nur einen kleinen Bereich mit dem Laser wieder rĂŒckgĂ€ngig machen kann, hat mich am meisten ĂŒberrascht.

Anonym

ich bin fasziniert von all den Wissenschaftlern, den Mitarbeitern in Laboren usw - wirklich fantastisch was da auf uns als Menschheit zukommt und hoffentlich zum Guten!