Eine aktuelle Studie, die in Nature Communications veröffentlicht wurde, zeigt, dass Menschen, die im frühen Erwachsenenalter in bestimmten Arten von Vierteln gelebt haben, ein höheres Risiko haben, Jahrzehnte später eine Verkalkung der Herzkranzgefäße zu entwickeln. Dieser Zusammenhang deutet darauf hin, dass die lokale Umgebung bleibende biologische Spuren im Herz-Kreislauf-System hinterlässt.
Die Forscher der Northwestern Medicine haben einen Index entwickelt, der mehrere Merkmale des Viertels kombiniert, anstatt sie einzeln zu untersuchen. Dieser Ansatz ermöglicht es, die kumulative Auswirkung der Umgebung auf die Herzgesundheit besser zu erfassen. Sie analysierten die Daten der CARDIA-Studie, die die Entwicklung der Herz-Kreislauf-Gesundheit bei jungen Erwachsenen seit langem verfolgt.
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Die Analyse zeigt, dass Teilnehmer, die in ihrer Jugend in benachteiligten Vierteln gelebt haben, ein höheres Risiko haben, später eine Koronarverkalkung zu entwickeln. Dieser Marker für eine frühe Herzkrankheit wurde im Laufe der Zeit mehrfach gemessen. Die Ergebnisse bleiben auch dann gültig, wenn individuelle Faktoren wie Einkommen oder Bildung berücksichtigt werden.
Für Lifang Hou, Hauptautorin der Studie, deuten diese Ergebnisse darauf hin, dass frühe Lebensbedingungen langfristige biologische Auswirkungen haben.
Das Team plant, diesen Ansatz auf andere Herz-Kreislauf-Probleme wie Herzinfarkt oder Herzinsuffizienz anzuwenden. Es möchte auch veränderbare Faktoren im Viertel identifizieren, die als Ansatzpunkte für Interventionen dienen könnten. Weitere Arbeiten werden es ermöglichen, den Index in anderen Bevölkerungsgruppen und Regionen zu testen.
Soziale Determinanten der Gesundheit im Viertel
Die sozialen Determinanten der Gesundheit sind die Bedingungen, unter denen Menschen geboren werden, aufwachsen, leben, arbeiten und altern. Im Rahmen eines Viertels umfassen sie die Wohnqualität, den Zugang zu Grünflächen, die Sicherheit, die Verfügbarkeit gesunder Lebensmittel, den Grad der Umweltverschmutzung und die wirtschaftlichen Möglichkeiten. Die Studie verwendet einen Index, der diese multiplen Faktoren kombiniert, um ihre kumulative Auswirkung auf die Herz-Kreislauf-Gesundheit zu messen.
Dieser umfassende Ansatz ist realistischer, als jeden Faktor isoliert zu betrachten, da Probleme im Viertel oft synergistisch wirken. Beispielsweise kann ein niedriges Einkommen mit eingeschränktem Zugang zur Gesundheitsversorgung und erhöhter Belastung durch Umweltverschmutzung verbunden sein, was die Herzrisiken verstärkt. Durch die Erfassung dieser Wechselabhängigkeit ermöglicht der Index eine bessere Identifizierung gefährdeter Bevölkerungsgruppen und eine gezieltere Ausrichtung von Interventionen.