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📜 Der Halleysche Komet nach einem mittelalterlichen Mönch benannt?
Veröffentlicht von Adrien, Quelle: Dorestad and Everything After Andere Sprachen: FR, EN, ES, PT
Wer hat die regelmäßige Wiederkehr des Halleyschen Kometen wirklich erkannt? Ein verbreiteter Irrglaube schreibt diese Entdeckung dem Astronomen Edmond Halley zu, doch ein mittelalterlicher Mönch soll ihm um mehrere Jahrhunderte voraus gewesen sein.
Tatsächlich hat bereits im 11. Jahrhundert Eilmer von Malmesbury, ein englischer Geistlicher, wahrscheinlich den Zusammenhang zwischen zwei Himmelserscheinungen hergestellt, die durch Jahrzehnte getrennt waren. Laut Forschungen, die im Werk Dorestad and Everything After vorgestellt wurden, beobachtete er den Kometen 989 und dann erneut 1066 und erkannte, dass es sich um dasselbe Objekt handelte. Diese in historischen Chroniken festgehaltene Intuition blieb bis zu einer kürzlichen Analyse im Verborgenen.
Diese Ansicht des Kerns des Halleyschen Kometen wurde von der Raumsonde Giotto während ihres Vorbeiflugs in 600 km Entfernung vom Kometenkern am 13. März 1986 aufgenommen. Bildnachweis: ESA/MPAe Lindau
Die Erscheinung von 1066 wurde weltweit ausgiebig dokumentiert. Chinesische Astronomen verfolgten sie über mehr als zwei Monate und notierten ihren Helligkeitspeak Ende April. In Europa wurde sie auf dem Teppich von Bayeux dargestellt, wo sie mit den damaligen Ereignissen in Verbindung gebracht wird. Diese vielfältigen Beobachtungen zeigen, dass der Komet schon lange vor den modernen Berechnungen ein beachtetes Phänomen war.
Spater, im 17. Jahrhundert, systematisierte Edmond Halley dieses Wissen, indem er die Umlaufbahn des Kometen berechnete. Anhand von Daten, die über mehrere Durchgänge gesammelt wurden, stellte er fest, dass das in den Jahren 1531, 1607 und 1682 beobachtete Objekt identisch war und periodisch zurückkehren würde. Sein Vorgehen markierte einen wichtigen Fortschritt für die Astronomie, auch wenn die Idee der Periodizität bereits existierte.
Im Mittelalter wurden Kometen oft als Zeichen für bevorstehendes Unglück wie Krieg oder den Tod von Herrschern wahrgenommen. So wurde der Komet von 1066 während der Herrschaft von König Harold als Omen gedeutet. Einige Berichte übertrieben seine Erscheinungen sogar, um die Bevölkerung zu beeinflussen.
Die älteste bekannte Darstellung des Halleyschen Kometen befindet sich auf dem Teppich von Bayeux aus dem 11. Jahrhundert. Bildnachweis: Wikimedia Commons
Die Forscher, die hinter dieser Entdeckung stehen, schlagen nun vor, den Namen des Kometen zu überdenken, mit der Begründung, dass seine Periodizität schon lange vor Halley bekannt war.
Die Aufzeichnung astronomischer Beobachtungen im Mittelalter
Im Mittelalter wurden Himmelsbeobachtungen oft von Mönchen oder Chronisten durchgeführt, die die Ereignisse in Manuskripten festhielten. Diese Dokumente, wie die Chroniken von Wilhelm von Malmesbury (nicht zu verwechseln mit Eilmer von Malmesbury), dienten sowohl als historische Berichte als auch als Grundlage für das Studium natürlicher Phänomene. Sie zeugen von einer Aufmerksamkeit für Kometen, Finsternisse oder Sternschnuppen, auch ohne hochentwickelte Werkzeuge.
Diese Aufzeichnungen waren von religiösen oder kulturellen Überzeugungen motiviert, wobei Kometen häufig mit Vorzeichen assoziiert wurden. Beispielsweise wurde das Erscheinen des Halleyschen Kometen im Jahr 1066 mit der normannischen Eroberung Englands in Verbindung gebracht, wie der Teppich von Bayeux zeigt. Dies beeinflusste, wie die Ereignisse berichtet und im Gedächtnis behalten wurden.
Trotz dieser Verzerrungen bieten die mittelalterlichen Daten wertvolle Informationen für moderne Astronomen. Sie ermöglichen die Rekonstruktion vergangener Kometenzyklen und die Verfeinerung von Umlaufbahnmodellen. Die Wiederentdeckung von Eilmer von Malmesburys Notiz zur Periodizität zeigt, dass wissenschaftliche Ideen selbst in einem Rahmen mit begrenzter Technologie aufkommen konnten.
Heute arbeiten Historiker und Wissenschaftler zusammen, um diese Archive mit neuen Methoden wie der Kohlenstoffdatierung oder der Textanalyse zu untersuchen. Diese Interdisziplinarität hilft, die beobachteten Fakten von kulturellen Interpretationen zu trennen und bereichert so unser Wissen über die Geschichte der Astronomie.