Wie nĂ€hern sich Schwarze Löcher und Neutronensterne einander an, bevor sie verschmelzen? Ihre Umlaufbahnen wurden bislang als kreisförmig angenommen, mit einer spiralförmigen AnnĂ€herung vor dem endgĂŒltigen Kontakt. Eine kĂŒrzliche Beobachtung stellt unser Wissen in Frage, und das Ă€ndert alles, einschlieĂlich der Masse des bei der Fusion entstehenden Objekts.
Dieser Durchbruch ist das Ergebnis der Analyse von Gravitationswellen, die von Instrumenten wie LIGO und Virgo erfasst wurden. Das Signal mit der Bezeichnung GW200105 stammt von einer Fusion, die etwa 910 Millionen Lichtjahre entfernt stattfand und ein Schwarzes Loch und einen Neutronenstern beteiligte.
Eine Illustration eines exzentrischen Neutronenstern-Schwarzes-Loch-BinÀrsystems. Die Bahn des Neutronensterns ist in Blau und die Bewegung des Schwarzen Lochs in Orange dargestellt, wÀhrend die beiden Objekte umeinander kreisen. Bildnachweis: Geraint Pratten, Royal Society University Research Fellow, University of Birmingham
Um die Umlaufbahnen vor der Fusion zu untersuchen, nutzte ein Team ein an der UniversitĂ€t Birmingham entwickeltes Modell. Die Forscher untersuchten die Oszillationen oder 'PrĂ€zession' und stellten deren Abwesenheit fest, was auf eine ovale statt einer kreisförmigen Bahn schlieĂen lĂ€sst. Die elliptische Form der Umlaufbahn deutet darauf hin, dass sich das System nicht isoliert entwickelt hat. Die Wissenschaftler schĂ€tzen, dass es von anderen Sternen oder einem dritten Objekt beeinflusst wurde, was die Entstehungsszenarien dieser Paare verĂ€ndert.
Ausgehend von der anfÀnglichen Annahme kreisförmiger Umlaufbahnen wurde die Masse des bei der Fusion entstandenen Schwarzen Lochs auf etwa 9 Sonnenmassen geschÀtzt. Die neuen Berechnungen, die auf der ovalen Umlaufbahn basieren, offenbaren eine höhere Masse von etwa 13 Sonnenmassen.
Veröffentlicht in The Astrophysical Journal Letters, beschreiben diese Ergebnisse mehrere mögliche Wege fĂŒr die Entstehung dieser binĂ€ren Systeme. In Zukunft könnten neue Detektionen von Gravitationswellen diese Modelle bestĂ€tigen. Die Forscher hoffen, mehr ĂŒber die Entstehungsbedingungen dieser extremen Paare zu erfahren und so den Weg fĂŒr eine prĂ€zisere und dynamischere Astronomie zu ebnen.