🌕 Der Tag, an dem der Mensch Methan über die Mondoberfläche verteilen wird

Veröffentlicht von Adrien,
Quelle: Journal of Geophysical Research: Planets
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Jüngste Untersuchungen deuten darauf hin, dass Gase aus Raumschiffen wahrscheinlich die Polarregionen unseres Satelliten verschmutzen, Orte, die Informationen über die Ursprünge des Lebens auf der Erde bergen könnten.

Diese von einem portugiesisch-europäischen Team durchgeführte Analyse simuliert die Verbreitung von Methan aus Triebwerken während der Mondlandephasen. Die im Journal of Geophysical Research: Planets veröffentlichte Studie zeigt, dass sich diese organischen Moleküle auf einem atmosphärenlosen Himmelskörper ungehindert über die Oberfläche bewegen, bevor sie sich schließlich festsetzen.


Der Shackleton-Krater befindet sich am Südpol des Mondes.
NASA/Ernie Wright

Die Modellierungen zeigen, dass Methanmoleküle sogar den gegenüberliegenden Pol in weniger als zwei Mondtagen erreichen, das sind etwa zwei Erdmonate. Etwas mehr als die Hälfte dieser Schadstoffe werden anschließend in Kratern gefangen, die in ewiger Dunkelheit liegen.

Diese Polarkrater fungieren als natürliche Gefrierschränke, die Wassereis und andere gefrorene Verbindungen seit Milliarden von Jahren bewahren. Sie könnten organisches Material enthalten, das von Kometen oder Asteroiden gebracht wurde, und so ein einzigartiges Fenster in die Bedingungen bieten, die zum Leben auf der Erde führen konnten. Ihre extreme Kälte macht sie leider anfällig für chemische Verunreinigungen.

Diese Erkenntnisse werfen Fragen für künftige Missionen auf, insbesondere für solche, die eine dauerhafte menschliche Präsenz planen. Raumfahrtagenturen und private Akteure müssen diese Risiken in ihre Pläne einbeziehen, um den chemischen Fußabdruck an diesen wissenschaftlich hochinteressanten Orten zu begrenzen.

Schutzmaßnahmen, die sich beispielsweise an den in der Antarktis geltenden Vorschriften orientieren, könnten entwickelt werden. Die Wissenschaftler hinter der Studie hoffen, dass diese Arbeit zu durchdachteren Landekonzepten führt, die gegebenenfalls auch spezielle Instrumente zur Bestätigung von Kontaminationsausbreitungsmodellen einschließen.

Organische Moleküle und die Ursprünge des Lebens


Diese chemischen Verbindungen, die um Kohlenstoffatome aufgebaut sind, werden häufig mit Lebensprozessen in Verbindung gebracht. Auf dem Mond könnte ihre Präsenz von alten Einschlägen von Kometen oder Asteroiden stammen, die dieses Material von außerhalb des Sonnensystems transportiert haben. Diese Ablagerungen, die im Eis der Pole konserviert sind, würden eine fossile Aufzeichnung der ursprünglichen Umweltbedingungen bieten.

Durch die Analyse dieser Moleküle wollen Forscher den Weg rekonstruieren, der zur Entstehung des irdischen Lebens führte. Da der Mond geologisch inaktiv ist, bewahrt er diese Überreste viel besser als unser Planet, wo Erosion und Tektonik sie ausgelöscht haben. Er stellt daher ein einzigartiges Archiv dar, um die chemische Geschichte unserer planetaren Nachbarschaft nachzuvollziehen.

Die Einführung von Schadstoffen wie Methan könnte jedoch diese alten Ablagerungen verfälschen. Die Suche nach präbiotischen Substanzen, die grundlegend für das Verständnis der Ursprünge des Lebens sind, würde dadurch erschwert. Der Schutz dieser Gebiete erscheint somit als Priorität für künftige Arbeiten in der Astrobiologie.

Robotermissionen mit leistungsstarken Instrumenten könnten Proben entnehmen, bevor eine signifikante menschliche Anwesenheit eintrifft. Die Analyse dieses Materials in seinem ursprünglichen Zustand könnte vielleicht die Mechanismen entschlüsseln, die das Leben auf der Erde in Gang setzten.