🪐 Die Magnetosphäre des Saturn ist dezentriert, und das könnte ein Zeichen für Leben sein

Veröffentlicht von Adrien,
Quelle: Nature Communications
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Die Magnetosphäre der Erde ist eine relativ runde und symmetrische Blase, die fast perfekt mit der Rotationsachse des Planeten ausgerichtet ist. Die des Saturn hingegen ist bei Weitem nicht so gut strukturiert. Bei der Analyse von Daten der Sonde Cassini entdeckten Forscher, dass diese schützende Hülle stark verformt und dezentriert ist.

Ein internationales Team hat sechs Jahre an Beobachtungsdaten gesichtet, um eine Region namens den "Kusp" präzise zu lokalisieren. An dieser Stelle tauchen die Feldlinien des Magnetfelds in Richtung der Pole ab und leiten die geladenen Teilchen des Sonnenwinds in die Atmosphäre des Planeten. Ihre Beobachtung ist eindeutig: Dieser Eintrittspunkt der Feldlinien ist überhaupt nicht mit der Rotationsachse des Saturn ausgerichtet. Von der Sonne aus gesehen ist er systematisch nach rechts verschoben.


Schema, das die Position des magnetischen "Kusp" des Saturn mit dem der Erde vergleicht.
Bildnachweis: SUSTech

Zwei Phänomene scheinen zusammenzuwirken, um diese Konfiguration zu erklären. Einerseits dreht sich der Saturn mit einer außergewöhnlichen Geschwindigkeit und vollendet eine ganze Umdrehung in etwas mehr als zehn Stunden. Andererseits bewegt er sich in einem dichten Plasma, einem ionisierten Gas, von dem ein Großteil aus den gewaltigen Geysiren seines eisigen Mondes Enceladus stammt. Die Kombination aus dieser schnellen Rotation und dieser geladenen Umgebung dehnt und verformt die Feldlinien des Magnetfelds und zieht sie zur Seite.

Diese Entdeckung ist von großem Interesse, nicht zuletzt aufgrund der Aufmerksamkeit, die Enceladus zukommt. Dieser Mond besitzt unter seiner eisigen Oberfläche einen Ozean aus flüssigem Wasser, dessen Fontänen ins Weltall entweichen. Und diese Fontänen würden teilweise die Form der Magnetosphäre des Saturn erklären.

Enceladus gehört zu den vielversprechendsten Orten im Sonnensystem, um nach Anzeichen von Bewohnbarkeit zu suchen, und ist somit ein prioritäres Ziel für eine zukünftige Weltraummission. Es besteht nun eine Verbindung zwischen der Form der Magnetosphäre des Planeten und der Anwesenheit eines potenziell bewohnbaren Mondes.

Diese um den Saturn identifizierten Mechanismen könnten auf andere Planeten übertragbar sein. Ihre in Nature Communications veröffentlichten Arbeiten legen nahe, dass die Wechselwirkung zwischen dem Sonnenwind und der Magnetosphäre grundlegenden Regeln folgen könnte. Diese Studie liefert einen nützlichen Referenzpunkt, um die Umgebungen von Gasriesen, einschließlich ihrer Monde, besser zu verstehen, egal ob sie sich in unserem System oder im Orbit um andere Sterne befinden.

Um diese Ergebnisse zu erzielen, werteten die Wissenschaftler die Messungen von zwei Instrumenten der Sonde Cassini aus, mit 67 einzelnen Durchgängen durch die Kusp-Region zwischen 2004 und 2010. Diese Daten ermöglichten die Modellierung des globalen Magnetfelds des Saturn.