🧠 Die schädlichen Wirkungen von THC blockieren, um nur den Nutzen zu erhalten

Veröffentlicht von Adrien,
Quelle: Aging and Disease
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THC, der Hauptwirkstoff von Cannabis, hat eine überraschende Doppelnatur. Einerseits weist es entzündungshemmende Eigenschaften auf, die das Gehirn schützen könnten. Andererseits wird es häufig mit Gedächtnis- und Lernstörungen in Verbindung gebracht. Dieser Widerspruch erschwert seine therapeutische Anwendung bei Erkrankungen wie Alzheimer.

Um dieses Hindernis zu umgehen, hat ein Team der University of Texas in San Antonio einen innovativen Ansatz untersucht. Unter der Leitung von Professor Chu Chen bewerteten die Wissenschaftler die Wirkung einer Kombination aus einer niedrigen Dosis THC und einem gezielten Entzündungshemmer, Celecoxib. Ziel ist es, die Vorteile der Substanz zu erhalten und gleichzeitig ihre negativen Auswirkungen auf die Kognition zu begrenzen.


Illustrationsbild Unsplash

Entzündungen sind ein zentraler Bestandteil dieses Mechanismus. Ein Enzym namens COX-2 ist häufig an diesen entzündlichen Prozessen im Gehirn beteiligt. Die Verabreichung von THC erhöht die COX-2-Spiegel, was die Ursache für die Gedächtnisprobleme sein könnte. Durch die gezielte Blockade dieses Enzyms mit Celecoxib hoffen die Forscher, diese schädlichen Folgen abzuschwächen. Dieser präzise Ansatz vermeidet auch die kardiovaskulären Risiken, die mit hochdosierten COX-2-Hemmern verbunden sind.

Die in Aging and Disease veröffentlichte Studie wurde an Mausmodellen für die Alzheimer-Krankheit durchgeführt. Die Tiere erhielten einen Monat lang täglich geringe Mengen THC und Celecoxib. Die Beobachtungen sind vielversprechend: Die Kombination verbesserte die kognitiven Leistungen, reduzierte Beta-Amyloid-Plaques und Tau-Fibrillen und verringerte gleichzeitig Entzündungsmarker. Genetische Analysen bestätigten eine Rückkehr zu einem günstigeren Profil für Gene, die mit der Synapse und der Pathologie assoziiert sind.

Diese Strategie hat einen großen Vorteil: Beide Wirkstoffe sind bereits für den menschlichen Gebrauch zugelassen. Synthetisches THC wird gegen Chemotherapie-bedingte Übelkeit eingesetzt, und Celecoxib wird bei Arthritis verschrieben. Diese Situation könnte die Einleitung klinischer Studien beschleunigen und die langen Entwicklungsjahre ersparen, die normalerweise für ein neues Medikament erforderlich sind. Die Wissenschaftler geben an, dass dieser Ansatz einen schnellen Weg zu konkreten Anwendungen eröffnet.

Die nächsten Schritte werden darin bestehen, zu untersuchen, ob diese Kombination auch das Fortschreiten der Krankheit verlangsamen oder die Symptome umkehren kann, sobald sie eingesetzt hat. Eine einfache Verzögerung des Ausbruchs von Alzheimer hätte bereits erhebliche Auswirkungen auf Patienten und Gesundheitssysteme. Künftige Studien werden diese Ansätze an weiterentwickelten Modellen untersuchen.