🧠 Die unterschĂ€tzte Wirkung von intermittierendem Fasten auf chronischen Stress

Veröffentlicht von Cédric,
Autor des Artikels: Cédric DEPOND
Quelle: Translational Psychiatry
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Intermittierendes Fasten beschrÀnkt sich nicht nur auf Gewichtskontrolle oder Stoffwechselverbesserung. Japanische und chinesische Forscher haben nun eine unerwartete Wirkung dieser ErnÀhrungsweise nachgewiesen: einen Schutz vor HirnschÀden, die durch chronischen Stress verursacht werden.

HĂ€lt Stress ĂŒber lĂ€ngere Zeit an, hinterlĂ€sst er Spuren weit ĂŒber vorĂŒbergehende MĂŒdigkeit hinaus. Er verĂ€ndert die Struktur des Gehirns selbst, indem er das Myelin angreift, jene isolierende HĂŒlle, die die Nervenfasern umgibt und ohne die elektrische Signale nur schwer fließen können. Ein Team der UniversitĂ€t Chiba und des Ersten angeschlossenen Krankenhauses der UniversitĂ€t Zhengzhou hat untersucht, ob intermittierendes Fasten diesen schĂ€dlichen Effekten entgegenwirken kann. Ihre in Translational Psychiatry veröffentlichte Arbeit liefert vielversprechende Erkenntnisse.



Chronischer Stress greift die neuronale Verkabelung an


Myelin spielt eine wesentliche Rolle bei der schnellen Übertragung von Informationen zwischen Neuronen. HĂ€lt der Stress ĂŒber lĂ€ngere Zeit an, baut sich diese fettartige Substanz in SchlĂŒsselregionen wie dem Hippocampus (GedĂ€chtnis), dem medialen prĂ€frontalen Kortex (Entscheidungsfindung und Emotionsregulation) und dem Corpus Callosum (Kommunikation zwischen den HemisphĂ€ren) ab. Bei MĂ€usen reichen vierzehn Tage anhaltender Belastung aus, um sichtbare SchĂ€den an dieser SchutzhĂŒlle zu verursachen, die mit depressivem Verhalten einhergehen.

Intermittierendes Fasten, ĂŒber denselben Zeitraum angewandt, Ă€nderte das Bild. Die Nagetiere, die diesem Regime unterzogen wurden, zeigten eine deutliche Bewahrung der MyelinintegritĂ€t in den zuvor geschĂ€digten Regionen. Die Spiegel des myelinischen Basisproteins, ein Indikator fĂŒr die Gesundheit des Gewebes, blieben bei den Tieren mit intermittierendem Fasten nahezu normal, wĂ€hrend sie bei den Tieren, die nach Belieben gefĂŒttert wurden, abfielen.

Eine messbare Verhaltenswirkung


Über die biologischen Marker hinaus bewertete das Team das Verhalten der MĂ€use. Die gestressten und frei gefĂŒtterten Tiere verloren das Interesse an sĂŒĂŸen Belohnungen und zeigten ausgeprĂ€gtere verhaltensbezogene Verzweiflung. Im Gegensatz dazu behielten diejenigen, die intermittierend fasteten, eine deutlich höhere Motivation und ReaktionsfĂ€higkeit auf positive Reize. Diese Unterschiede deuten darauf hin, dass die ErnĂ€hrungsweise als psychologischer Puffer gegen die Auswirkungen von Stress wirkt.

Die Forscher betonen einen Punkt: Diese Beobachtungen beschrĂ€nken sich auf das Mausmodell. Die zugrundeliegenden Mechanismen, obwohl im Tier klar identifiziert, können nicht direkt auf den Menschen ĂŒbertragen werden. Aber das Ausmaß der festgestellten Wirkungen rechtfertigt eine vertiefte Untersuchung dieser Spur.

Das Darmmikrobiom als wahrscheinlicher Vermittler


Die Verbindung zwischen Gehirn und Darm steht im Zentrum der aufgestellten Hypothese. Die genetische Sequenzierung der Darmbakterien ergab, dass intermittierendes Fasten die Vielfalt und Zusammensetzung des Mikrobioms tiefgreifend verĂ€nderte. Zwei Arten, Prevotellamassilia timonensis und Muricoprocola aceti, zeigten eine positive Korrelation mit einer besseren MyelinintegritĂ€t und einer Verhaltensverbesserung. Im Gegensatz dazu war Anaeroplasma abactoclasticum mit ungĂŒnstigen Effekten assoziiert.

Intermittierendes Fasten normalisierte auch teilweise die durch Stress gestörten mikrobiellen Stoffwechselwege. Diese Neuordnung des Mikrobioms könnte erklÀren, wie eine ErnÀhrungseinschrÀnkung aus der Ferne auf das zentrale Nervensystem wirkt.

Diese Ergebnisse eröffnen den Weg fĂŒr nicht-medikamentöse Strategien zur Vorbeugung bestimmter neuropsychiatrischer Störungen. Aber die Autoren erinnern mit Vorsicht daran, dass klinische Studien am Menschen unerlĂ€sslich sind, bevor irgendwelche Empfehlungen in Betracht gezogen werden können.