☄️ Ein erdnaher erdnussförmiger Asteroid aus nächster Nähe gesehen

Veröffentlicht von Adrien,
Quelle: JAXA (Japanische Raumfahrtagentur)
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Der kürzlich von der Sonde Hayabusa2 fotografierte Asteroid Torifune weist eine erstaunliche Erdnussform auf, die typisch für sogenannte Kontaktbinärasteroiden ist. Diese Struktur deutet darauf hin, dass zwei Himmelskörper im Laufe der Zeit miteinander verschmolzen sind, was den Wissenschaftlern ein natürliches Labor zur Erforschung der Planetenentstehung bietet. Dieser nahe Vorbeiflug am 5. Juli 2026 stellt einen weiteren Meilenstein in der japanischen Weltraumforschung dar.


Asteroid Torifune, aufgenommen von der optischen Navigationskamera von Hayabusa2 am 5. Juli 2026.
Credit: JAXA

Die japanische Raumfahrtagentur (JAXA) führte diesen Hochgeschwindigkeitsvorbeiflug in etwa 100 Millionen Kilometern Entfernung von der Erde durch. Die Sonde nutzte ihre optische Kamera, um detaillierte Bilder von Torifune aufzunehmen, einem 450 Meter großen Felsen, der die Sonne in 383 Tagen umkreist. Dieses riskante Manöver, da nur wenige Informationen über den Asteroiden vorlagen, wurde vom wissenschaftlichen Team als heikle Operation bezeichnet.

Die gesammelten Daten beschränken sich nicht nur auf Bilder. Das Infrarotinstrument TIR maß die Oberflächentemperaturen und zeigte heiße, der Sonne ausgesetzte Zonen sowie kältere Regionen im Schatten. Diese Informationen helfen, die Zusammensetzung und Struktur des Asteroiden zu verstehen, insbesondere seine Porosität und Wärmeleitfähigkeit. Torifune gehört zur Apollo-Gruppe, einer Familie erdnaher Asteroiden.


Infrarotansicht von Torifune, die Temperaturschwankungen zeigt.
Credit: JAXA

Diese Begegnung war im ursprünglichen Missionsplan von Hayabusa2 nicht vorgesehen. Die 2014 gestartete Sonde besuchte zunächst den Asteroiden Ryugu, von dem sie 2020 Proben entnahm. Die Analyse dieser Materialien ermöglichte den Nachweis der fünf Nukleinbasen von DNA und RNA und lieferte Hinweise auf die Entstehung des Lebens auf der Erde. Nach diesem Erfolg setzte Hayabusa2 ihre Reise zu neuen Zielen fort.

Das nächste Ziel ist der Asteroid 1998 KY26, ein kleiner Körper mit nur 11 Metern Durchmesser, vergleichbar mit dem, der 2013 über Tscheljabinsk explodierte. Die Sonde soll ihn 2031 erreichen, um einen Vorbeiflug und anschließend einen Kontakt zu versuchen. Diese Zusatzmission soll die Eigenschaften der kleinsten Asteroiden untersuchen, deren Struktur noch wenig bekannt ist.


Größenvergleich zwischen Ryugu und dem nächsten Ziel 1998 KY26.
Credit: ESO/M. Kornmesser

Die Bilder von Torifune reihen sich in eine schöne Serie von Erfolgen für Hayabusa2 ein, die nun fast zwölf Jahre im Einsatz ist. Die Beharrlichkeit der japanischen Ingenieure und die Robustheit der Sonde ermöglichen die Sammlung wertvoller Daten über die Vielfalt der Asteroiden. Jede neue Beobachtung verfeinert unser Verständnis der Entwicklung des Sonnensystems.