🌡️ Ein großes Klimaphänomen in Vorbereitung: Rekord-El Niño 2026?

Veröffentlicht von Adrien,
Quelle: NASA Jet Propulsion Laboratory
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Ein Wasserauftrieb, Kelvin-Welle genannt, bewegt sich derzeit entlang des Äquators über den Pazifik. Dieses Signal verrät eine Intensivierung des El-Niño-Phänomens. Satellitenbilder zeigen einen Streifen mit überdurchschnittlich hohem Wasser, der sich über Hunderte von Kilometern erstreckt und aus der für dieses Klimaphänomen typischen Erwärmung der Gewässer resultiert.

Diese Kelvin-Welle entsteht, wenn die Westwinde des Pazifiks nachlassen und sich vorübergehend umkehren, sodass sie von West nach Ost statt von Ost nach West wehen. Diese Veränderung ermöglicht es, dass sich warmes Wasser allmählich nach Osten ansammelt, die warme Wasserschicht vertieft und das Aufsteigen von kaltem Wasser aus der Tiefe verhindert. Der Satellit Sentinel-6 Michael Freilich hat diese Welle am 8. Juni erfasst und Anomalien des Meeresspiegels offenbart, die manchmal mehr als 15 Zentimeter über dem Normalwert liegen.


El Niño im Jahr 2015.
Dieses Bild zeigt die vom Satelliten gemessene Abweichung der Meeresoberflächentemperatur für den Monat Oktober 2015. Die orange-roten Gebiete, die übernormalen Temperaturen entsprechen, sind typisch für El Niño.
Bild: NOAA.

Der von der NASA und der Europäischen Weltraumorganisation entwickelte Satellit misst alle zehn Tage die Veränderungen der Meereshöhe mit einer Genauigkeit von wenigen Millimetern. Diese Daten ergänzen die Beobachtungen der Oberflächentemperatur, die bereits in den letzten Monaten auf eine Rekorderwärmung des Pazifiks hindeuteten. Am 11. Juni haben die Behörden offiziell den Beginn eines neuen El Niño erklärt, nachdem sie das Ausmaß der Anomalien festgestellt hatten.

Im Vorfeld hatten Wissenschaftler bereits zu Jahresbeginn andere Kelvin-Wellen beobachtet, die auf das Eintreffen von El Niño hindeuteten. Im Januar löste sich eine Welle nahe Mikronesien im Februar auf, während eine andere, die im März auftrat, im Mai bereits den Meeresspiegel vor der Küste Perus angehoben hatte. Diese letzte Welle hat nun die Westküste Südamerikas erreicht.

Diese Veränderungen von Temperatur und Meereshöhe verändern die atmosphärischen Kreisläufe und beeinflussen das Wetter. El Niño erhöht in der Regel die Niederschläge im Südwesten der USA, in Kolumbien, Peru und Ecuador, während die Regenfälle im Westpazifik gleichzeitig abnehmen. Der vorherige El Niño von 2023 bis 2024 trug dazu bei, dass 2024 das wärmste je aufgezeichnete Jahr wurde und die im Pariser Abkommen festgelegte Erwärmungsgrenze von 1,5 °C überschritt.

Die aktuelle Konfiguration im Westpazifik erinnert an die von 1997, einem Jahr mit einem besonders starken El Niño. Obwohl die Anzahl der im Jahr 2026 beobachteten Kelvin-Wellen geringer ist als 1997, befindet sich die Episode noch in der Verstärkungsphase. Die aktuellen Daten deuten darauf hin, dass es sich um ein bedeutendes Ereignis handeln wird, jedoch sind weitere Beobachtungen erforderlich, um dessen Ausmaß zu bestätigen.

Was ist eine ozeanische Kelvin-Welle?


Eine Kelvin-Welle ist eine großräumige Meereswelle, die sich entlang des Äquators oder der Küsten unter dem Einfluss der Erdrotation ausbreitet. Im äquatorialen Pazifik bewegen sich diese Wellen von West nach Ost, getragen von der Unterwassertopographie und der Corioliskraft. Sie äußern sich durch einen Anstieg des Meeresspiegels und eine Ansammlung von warmem Wasser an der Oberfläche.

Diese Wellen spielen eine Schlüsselrolle bei der Auslösung von El Niño. Wenn die Passatwinde nachlassen, entsteht eine Kelvin-Welle, die das normalerweise im Westpazifik angesammelte warme Wasser nach Osten transportiert. Wenn dieses warme Wasser die amerikanische Küste erreicht, verhindert es das Aufsteigen von kaltem Wasser, was die Atmosphäre erwärmt und die Niederschläge auf globaler Ebene verändert.

Kelvin-Wellen sind oft Vorboten von El Niño. Ihre Erkennung durch Satelliten warnt Klimatologen vor einem bevorstehenden warmen Ereignis. Im Jahr 2026 wurden mehrere Wellen vor der offiziellen Ankündigung von El Niño beobachtet, was ihren Nutzen für die saisonale Vorhersage bestätigt.