đŸ§± Ein neuer Origami verwandelt BlĂ€tter in Bausteine

Veröffentlicht von Adrien,
Quelle: McGill-UniversitÀt
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Forscher der McGill-UniversitĂ€t haben eine neue Methode entwickelt, mit der flache BlĂ€tter zu glatten, gekrĂŒmmten Schalen gefaltet werden können, die je nach Bedarf von einem weichen in einen starren Zustand ĂŒbergehen können, der Lasten tragen kann.

Dank eines Origami-Modells, in das es seilĂ€hnliche Elemente integriert, kann das Team sowohl die endgĂŒltige dreidimensionale Form des Materials als auch seinen Steifigkeitsgrad kontrollieren. Laut den Forschern könnte diese Innovation, ein 'DoppelkrĂŒmmungs-Linsenmodul', die Technologie fĂŒr Objekte wie Notzelte, formverĂ€nderliche Roboter und intelligente Stoffe voranbringen.


Bestehende faltbare Strukturen zwingen uns zu einem Kompromiss: Wenn sie glatt und gekrĂŒmmt sind, neigen sie dazu, weich und schlaff zu sein; wenn sie fest und starr sind, haben sie meist eckige, unregelmĂ€ĂŸige Formen, die unpraktisch und nach dem Zusammenbau schwer anzupassen sind, erklĂ€rt Damiano Pasini, Co-Autor der Studie und Professor fĂŒr Maschinenbau an der McGill-UniversitĂ€t.

Dies stellt eine wichtige EinschrĂ€nkung fĂŒr Technologien wie tragbare GerĂ€te, medizinische Implantate, weiche Roboter und entfaltbare Raumfahrtstrukturen dar, die, um von außen einwirkende KrĂ€fte gut aufnehmen zu können, oft glatte Formen und zuverlĂ€ssige Festigkeit benötigen.

Um dieses Problem zu beheben, hat das Team ein Origami-Modell mit gekrĂŒmmten Falten entworfen, das glatte doppelt gekrĂŒmmte OberflĂ€chen wie Kugeln oder Tori (Donutformen) bildet. Die so gebildete Struktur kann in einen starren Zustand 'verriegelt' werden, der Lasten tragen kann. Durch das HinzufĂŒgen interner Sehnen, deren Spannung einstellbar ist, kann dieselbe Struktur dann neu programmiert werden, um sie ultraschwach oder sehr steif zu machen, ohne dass sich ihre Form oder Materialien Ă€ndern.

Verstellbare Sehnen zur Steifigkeitsmodulation
Das neue Faltmodell kombiniert gekrĂŒmmte und gerade Falten, sodass flache BlĂ€tter in durchgehende, glatte OberflĂ€chen verwandelt werden können, anstatt in die eckigen Formen, die fĂŒr klassisches Origami charakteristisch sind.

Ausgehend von einer gewĂŒnschten gekrĂŒmmten Form (Kugel, Torus, Vase) nutzten die Forscher die Differentialgeometrie – die mathematische Theorien zur Kachelung, im Origami, und zu abwickelbaren FlĂ€chen umfasst – und dann numerische Optimierung, um das exakte Faltmuster zu berechnen, das nötig ist, damit die Origami-Schale nach dem Falten und Verriegeln die gewĂŒnschte Form annimmt.

Anschließend schnitten sie KartonblĂ€tter per Laser zu und falteten sie nach diesem Schema, bevor sie sie zu Schalen zusammensetzten und dann an bestimmten Stellen dĂŒnne Kabel ('Sehnen') einfĂŒgten.

„Durch Spannen oder Lösen der Sehnen haben wir die VerĂ€nderung der Steifigkeit gemessen und gezeigt, dass die Schalen von einem schlaffen, weichen Zustand in einen starren, torsions- und biegesteifen Zustand ĂŒbergehen können“, berichtet Professor Pasini.

Validiert mit Hilfe der Mechaniktheorie, des starren Origami und geometrischer Simulationen, bestĂ€tigen die Ergebnisse, dass die Faltkinematik, d.h. die Bewegungen des Objekts, realisierbar ist. Die Simulationen bestĂ€tigten auch, dass die OberflĂ€chen glatt blieben und das Schema vergrĂ¶ĂŸert und mosaikartig wiederholt werden konnte.

Ein neues Paradigma der Konstruktion
Laut Damiano Pasini ebnen diese Arbeiten den Weg fĂŒr ein neues Paradigma des Designs von Origami-inspirierten Metamaterialien.

„Unser Ansatz eröffnet neue Perspektiven fĂŒr das Design von gekrĂŒmmten, tragenden, entfaltbaren und adaptiven Strukturen. Unsere Ergebnisse stellen die Vorstellung in Frage, dass komplexe Materialien oder externe Systeme erforderlich seien, um eine einstellbare Steifigkeit zu erreichen. Sie zeigen vielmehr, dass eine intelligente Geometrie einen Großteil der Arbeit leisten kann.“

Die Studie Der Artikel mit dem Titel „Smooth doubly curved origami shells with reprogrammable rigidity“ von Morad Mirzajanzadeh und Damiano Pasini wurde in Nature Communications veröffentlicht.