💰 Ein seit 400 Jahren verschollenes holländisches Schiff im Ärmelkanal anhand seines Goldes identifiziert

Auf dem Grund des Ärmelkanals wurde ein vor fast vier Jahrhunderten verschollenes Handelsschiff anhand seines Schatzes an Goldmünzen identifiziert. Hinter diesem Wrack zeichnet sich die wenig bekannte Geschichte der Handelsrouten ab, die im 17. Jahrhundert Nordafrika mit Europa verbanden.

Dieses vor der englischen Küste entdeckte Wrack ist das der Dom van Keulen, eines holländischen Schiffes, das im Herbst 1633 Marokko in Richtung Niederlande verließ. Nach dreißig Jahren Recherche konnten Archäologen und Historiker seine Reise nachvollziehen. Das Schiff war Teil des florierenden Goldhandels zwischen Westafrika und dem holländischen Handelsimperium.


Goldmünzen und Schmuckstücke, die am Fundort geborgen wurden.
Quelle: British Museum

Die Ladung des Schiffes offenbart das Ausmaß dieses Handels. Laut Archiven transportierte die Dom van Keulen 150 Säcke Gummi arabicum, 64 Säcke Salpeter, 320 Ziegenfelle und 9.000 barbareskische Dukaten, marokkanische Goldmünzen. Die meisten Güter wurden damals geborgen, die genaue Position des Wracks geriet in Vergessenheit.

Unter den neu geborgenen Objekten befindet sich ein Schatz von 400 Goldmünzen, der seine eindeutige Identifizierung ermöglichte. Die Goldmünzen stammten von der Barbareskenküste, dem heutigen Marokko. Zu den weiteren Objekten, die heute im British Museum ausgestellt werden, gehören: eine Schale und ein Löffel aus Zinn, Goldschmuck, ein fischförmiges Lotgewicht, ein Siegel, Keramik und ein Goldklumpen.

Eine fast dreißigjährige Teamarbeit ermöglichte diese Identifizierung. Der Historiker Ian Friel entdeckte in den britischen Nationalarchiven Dokumente, die die letzte Reise des Schiffes beschreiben. Dieses war auf „sehr stürmisches Wetter“ gestoßen, hatte Wasser gezogen und war in der Nähe von Salcombe gesunken. Erstaunlicherweise überlebte die gesamte Besatzung. Die Forschungen werden in einem Buch mit dem Titel Von Marokko an die Küste Englands: Die Geschichte der Dom van Keulen und ihrer bemerkenswerten Fracht detailliert beschrieben.


Beispiele geborgener marokkanischer Goldmünzen.
Quelle: British Museum

Seit seiner Entdeckung steht das Wrack unter dem Schutz des Wrackgesetzes von 1973. Nur Taucher mit einer Lizenz dürfen sich ihm nähern. Es werden regelmäßig Patrouillen durchgeführt, um Plünderungen zu verhindern.