🔬 Kreatin, eine überraschende Wirkung auf Krebs?

Veröffentlicht von Adrien,
Quelle: iScience
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Kreatin, dieses bei Sportlern bekannte Nahrungsergänzungsmittel, könnte eine Wirkung auf Krebs haben. Tatsächlich haben Forscher der UCLA entdeckt, dass es nicht nur die berühmten T-Killerzellen stärkt, sondern auch die dendritischen Zellen, die Dirigenten der Immunantwort gegen Krebs, ankurbelt. Eine echte Überraschung.

Dendritische Zellen spielen eine wesentliche Rolle: Sie erkennen Tumorsignale, verarbeiten sie und aktivieren dann die T-Zellen, damit sie angreifen. Bisher konzentrierten sich die meisten Immuntherapien ausschließlich auf die T-Zellen, was erklären würde, warum nur 20 bis 40 % der Patienten darauf ansprechen. Durch die Verbesserung der Funktion dendritischer Zellen könnte man daher die Wirksamkeit dieser Behandlungen erweitern.


Bild Gemini

Das Team beobachtete zunächst, dass dendritische Zellen in Mäusetumoren viel mehr Kreatintransporter produzierten als die in gesundem Gewebe. Durch das Entfernen dieses Transporters wurden sie weniger aktiv und weniger in der Lage, T-Zellen zu aktivieren. Umgekehrt verlangsamten tägliche Kreatininjektionen das Tumorwachstum in Melanommodellen, indem sie die Anzahl und Aktivität dendritischer Zellen erhöhten.

Wie wirkt Kreatin? Die metabolische Analyse zeigte, dass es den ATP-Spiegel, die Hauptenergiequelle der Zelle, erhöhte. Dadurch können dendritische Zellen ihre Aktivität aufrechterhalten, selbst im Wettbewerb mit den gefräßigen Tumorzellen. Die Forscher vergleichen Kreatin mit einem wiederaufladbaren Akku, der eine stabile Energieversorgung gewährleistet.

Die Ergebnisse an menschlichen dendritischen Zellen sind ebenso vielversprechend: Eine Behandlung mit Kreatin verbesserte ihre Aktivierung und ihre Fähigkeit, T-Zellen gegen ein Krebsziel zu stimulieren. Dies ebnet den Weg für zwei Anwendungen: ein Nahrungsergänzungsmittel für Patienten unter Immuntherapie und ein Werkzeug zur Verbesserung von Impfstoffen auf Basis dendritischer Zellen.

Diese Entdeckungen stammen aus Labor- und Mäuseversuchen, noch nicht von Menschen. Die Forscher empfehlen daher nicht, Kreatin ohne ärztlichen Rat einzunehmen, insbesondere während einer Krebstherapie. Der logische nächste Schritt werden klinische Studien sein, um zu überprüfen, ob dieses Nahrungsergänzungsmittel die Behandlungsergebnisse tatsächlich verbessern kann.