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🏔️ Quecksilberverschmutzung: Das Abschmelzen der Gletscher setzt dieses giftige Metall in den Alpen frei
Veröffentlicht von Adrien, Quelle: CNRS INSU Andere Sprachen: FR, EN, ES, PT
Während die atmosphärischen Quecksilberemissionen (Hg) in Europa seit den 1970er Jahren dank der Umweltpolitik stark zurückgegangen sind, könnte der Klimawandel diese Entwicklung in den Hochgebirgsregionen stören.
Eine in Environmental Science & Technology veröffentlichte und vom LabEx OSUG unterstützte Studie zeigt, dass das Abschmelzen der Alpengletscher über Jahrzehnte angesammeltes Quecksilber remobilisiert, was zu einem unerwarteten Anstieg der Einträge in einige Seen führt.
Bildillustration Pixabay
Um zu diesem Ergebnis zu gelangen, analysierten die Wissenschaftler die Sedimentarchive zweier benachbarter Alpenseen: eines Sees, der durch Niederschläge gespeist wird und ein direktes Abbild der atmosphärischen Ablagerungen darstellt, sowie eines proglazialen Sees, der durch Schmelzwasser gespeist wird. Mithilfe von Radionuklid-Datierungsmethoden rekonstruierten sie die Entwicklung der Quecksilbereinträge über mehr als ein Jahrhundert.
Der Vergleich dieser Aufzeichnungen zeigt gegenläufige Entwicklungen: eine Abnahme, die mit dem Rückgang der Emissionen im ersten See übereinstimmt, aber einen kontinuierlichen Anstieg im proglazialen See.
Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass das Abschmelzen der Gletscher früher im Eis eingeschlossenes Quecksilber freisetzt und damit die Vorteile der Emissionsminderungspolitik überdeckt. Auf Alpenebene könnte das erwartete Verschwinden eines großen Teils des Gletschervolumens zur Freisetzung erheblicher Mengen Quecksilber in die Umwelt führen, bis zu 1000 kg bis zum Ende des Jahrhunderts.
Einmal freigesetzt, kann dieses Quecksilber in Methylquecksilber umgewandelt werden, eine giftige Form, die sich in den Nahrungsketten anreichert. Diese zeitliche Diskrepanz zwischen Emissionsminderung und Reaktion der Ökosysteme unterstreicht die Notwendigkeit, die Auswirkungen des Klimawandels in die Bewertung von Umweltpolitiken wie dem Minamata-Übereinkommen einzubeziehen.
Im weiteren Sinne verdeutlicht diese Studie die Bedeutung von Umweltreservoiren wie Gletschern im globalen Quecksilberkreislauf und eröffnet neue Perspektiven, um die gemeinsamen Auswirkungen von Klima und Verschmutzung besser vorherzusehen.