đŸ§Ș Cannabis zeigt Wirksamkeit gegen Krebs

Veröffentlicht von Adrien,
Quelle: Frontiers in Pharmacology
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Wissenschaftler untersuchen die medizinischen Eigenschaften von Cannabis, einer Pflanze, die hĂ€ufig im Zentrum von Debatten steht. Im Labor zeigen aus ihr gewonnene Verbindungen ĂŒberraschende Wirkungen gegen bestimmte bösartige Zellen.

Arbeiten der UniversitÀt Khon Kaen, die in Frontiers in Pharmacology veröffentlicht wurden, liefern neue Erkenntnisse. Diese Forschungen deuten darauf hin, dass CBD und THC, zwei Cannabinoide, die Vermehrung von Zellen bei Eierstockkrebs hemmen. Ihre Wirkung scheint selektiv zu sein, schont gesunde Zellen und weist so den Weg zu potenziell weniger aggressiven Behandlungen.


Illustrationsbild Unsplash

Um diese Effekte zu bewerten, verwendeten die Forscher zwei Zelllinien, die verschiedene Arten von Eierstockkrebs reprĂ€sentieren. Eine ist fĂŒr klassische Chemotherapien empfĂ€nglich, wĂ€hrend die andere eine Resistenz dagegen aufweist. Diese Zellen wurden CBD, THC oder deren Kombination ausgesetzt, wobei eine Gruppe gesunder Zellen als Referenz diente. Diese Methodik ermöglicht es, die FĂ€higkeit der Substanzen zu quantifizieren, das Überleben und die Vermehrung von Tumorzellen zu behindern.

Die Beobachtungen zeigen, dass CBD und THC, einzeln verwendet, die Bildung von Krebskolonien begrenzen. Dennoch verstĂ€rkt ihre Kombination, besonders in Ă€quivalenten VerhĂ€ltnissen, diesen Effekt deutlich. Dr. Siyao Tong stellte fest, dass diese Mischung zum Tod einer grĂ¶ĂŸeren Anzahl bösartiger Zellen fĂŒhrt. Dies deutet darauf hin, dass die beiden MolekĂŒle ĂŒber Mechanismen wirken könnten, die sich ergĂ€nzen und so ihre antiproliferative Wirkung potenzieren.

Neben dem Tumorwachstum scheinen die Cannabinoide auch die FĂ€higkeit der Zellen zur Wanderung zu blockieren. Dieser Punkt ist entscheidend, da die Ausbreitung der Krankheit oder Metastasierung hĂ€ufig eine Haupttodesursache darstellt. DarĂŒber hinaus bleibt die Auswirkung auf gesunde Zellen gering, was die Möglichkeit von besser vertrĂ€glichen Behandlungen im Vergleich zu einigen derzeitigen Protokollen mit ausgeprĂ€gten Nebenwirkungen erahnen lĂ€sst.

Um die Wirkungsweise dieser Verbindungen zu erfassen, untersuchte das Team die Signalwege innerhalb der Zellen. In Eierstockkrebszellen ist der PI3K/AKT/mTOR-Signalweg typischerweise ĂŒberaktiv, was den Tumor stimuliert und die Resistenz gegen Therapien fördert. CBD und THC scheinen eine normalere Regulation dieser Kaskade wiederherzustellen, was erklĂ€rt, warum die bösartigen Zellen nach der Exposition ihre Vermehrung stoppen und absterben.

Diese Entdeckungen sind vielversprechend, aber viele Schritte bleiben, bevor Anwendungen beim Menschen in Betracht gezogen werden können. Dr. Tong prĂ€zisierte, dass alle Experimente im Labor an Zellkulturen durchgefĂŒhrt wurden. Studien an Tieren und pharmakokinetische Daten sind unerlĂ€sslich, um die Wirksamkeit und Unbedenklichkeit bei Patienten zu bestĂ€tigen. Die rechtlichen BeschrĂ€nkungen rund um Cannabinoide könnten auch die zukĂŒnftige Forschung lenken.

Trotz dieser EinschrĂ€nkungen eröffnet diese Untersuchung interessante Perspektiven im Kampf gegen Eierstockkrebs. Durch die Identifizierung relevanter molekularer Mechanismen ermutigt sie zur Fortsetzung prĂ€klinischer Studien. Wenn spĂ€tere Arbeiten diese Beobachtungen bestĂ€tigen, könnte die CBD-THC-Kombination in Zukunft das therapeutische Arsenal ergĂ€nzen und zusĂ€tzliche Optionen fĂŒr Personen anbieten, die von dieser Erkrankung betroffen sind.