🚴 Warum manche Sport als angenehm und andere als anstrengend empfinden?

Veröffentlicht von Adrien,
Quelle: Journal of Sport and Health Science
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Warum halten manche Menschen Sport für angenehm, während andere ihn als anstrengend empfinden? Die Antwort beschränkt sich nicht nur auf die körperliche Fitness, unser Gehirn spielt eine entscheidende Rolle dabei, wie wir die Schwierigkeit einer Anstrengung beurteilen. Dieser persönliche Eindruck beeinflusst direkt unsere Motivation und Leistung. Ein internationales Forscherteam hat daher einen originellen Ansatz untersucht, um ihn zu beeinflussen: die Verwendung von Vibrationen an den Sehnen.

Ihre aktuelle Studie stattete Freiwillige mit einem tragbaren Gerät aus, das Vibrationen auf die Achillessehne und die Kniesehnenn vor einer Sitzung auf dem stationären Fahrrad anwandte. Das Ziel war zu untersuchen, ob diese Stimulation das Empfinden der Anstrengung während des Trainings verändern könnte.


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Die Beobachtungen zeigen, dass die Teilnehmer nach den Vibrationen eine höhere Leistung erbrachten und eine erhöhte Herzfrequenz aufwiesen, während sie über ein vergleichbares Anstrengungsempfinden wie ohne Stimulation berichteten. Folglich arbeiteten sie körperlich intensiver, ohne sich dessen vollständig bewusst zu sein. Diese Beobachtung eröffnet Perspektiven, um die mentale Barriere der Erschöpfung zu überwinden.

Die zugrundeliegenden Mechanismen sind noch nicht vollständig verstanden, aber die Wissenschaftler schlagen mehrere Ansätze vor. Die Vibrationen könnten Neuronen im Rückenmark erregen oder hemmen und die Reaktivität der Muskelspindeln verändern. Diese Veränderungen modifizieren die an das Gehirn gesendeten Signale, was die Wahrnehmung von Bewegung und Anstrengung beeinflusst. Das Gehirn erhält dann eine veränderte Information, was die Übung subjektiv zugänglicher macht.

Um diese Ergebnisse besser zu verstehen, ist es hilfreich, zwei Hauptaspekte zu betrachten. Erstens bewertet das Gehirn während einer Übung ständig die Schwierigkeit, indem es sensorische Signale und frühere Erfahrungen integriert. Dieser subjektive Eindruck erklärt, warum zwei Menschen dieselbe Aufgabe unterschiedlich erleben. Bestimmte Hirnregionen, wie der Inselcortex, verarbeiten Daten über Muskelermüdung oder Herzfrequenz und bestimmen so, ob wir weitermachen oder aufhören.

Diese noch vorläufigen Arbeiten wurden bisher nur über kurze Trainingsperioden getestet. Das Team plant, Techniken wie die Elektroenzephalographie einzusetzen, um die Auswirkungen auf die Gehirnaktivität zu beobachten. Gleichzeitig untersucht es den gegenteiligen Effekt, bei dem Schmerz und Ermüdung die Wahrnehmung der Anstrengung verstärken. Langfristig ist das Ziel, Ansätze zu entwickeln, um regelmäßige körperliche Aktivität zu fördern, insbesondere bei inaktiven Menschen.

Zu entschlüsseln, wie das Gehirn das Verhältnis zwischen Anstrengung und Belohnung einschätzt, könnte so die Übernahme eines aktiveren Lebensstils ermöglichen. Diese Forschung, veröffentlicht im Journal of Sport and Health Science, ist Teil eines internationalen Projekts zur Erforschung dieser Prozesse. Die nächsten Schritte werden die potenziellen Anwendungen dieser Arbeit näher bestimmen.