💼 Einkommen: Warum steigen manche, während andere fallen?

Veröffentlicht von Adrien,
Quelle: World Inequality Lab
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Warum steigen die persönlichen finanziellen Verläufe einiger Menschen stetig an, während andere plötzliche Rückschläge erleben?

Diese Frage, die im Zentrum von Studien zur Einkommensmobilität steht, findet Antworten in einer umfassenden Analyse aus Norwegen, einem Land, das für sein hohes Maß an wirtschaftlicher Mobilität bekannt ist. Forscher der Norwegischen Universität für Wissenschaft und Technologie, zusammen mit internationalen Teams, haben die Daten von fast 300.000 Personen unter die Lupe genommen, um die Triebfedern finanzieller Aufstiege und Abstürze zu identifizieren.


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Die Schlussfolgerungen dieser Forschung sind eindeutig. Wenn die Einkommen einer Person im Vergleich zu anderen steigen, ist dieser Anstieg hauptsächlich auf ihre Erwerbseinkünfte zurückzuführen. Ein stabiler Arbeitsplatz spielt eine entscheidende Rolle für den Aufstieg auf der Einkommensleiter. Kapitaleinkünfte, wie sie aus Investitionen stammen, können dazu beitragen, bestimmen aber selten allein den langfristigen Erfolg.

Umgekehrt folgen Einkommensrückgänge einer anderen Logik. Sie hängen häufig mit einem Rückgang der Kapitaleinkünfte zusammen. Diese Verluste treten oft parallel zu Rückgängen bei den Erwerbseinkommen auf, aber die Schwankungen beim Kapital haben meist den ausgeprägtesten Effekt. Für die Mehrheit der Menschen bleibt bezahlte Arbeit unerlässlich, um ihre finanzielle Position zu halten oder zu verbessern. Folglich kann die Volatilität des Kapitals zu deutlichen Rückschritten führen, selbst in einer scheinbar stabilen Beschäftigungssituation.

Doch wie lässt sich erklären, dass diese beiden Einkommensarten so gegensätzlich wirken? Das Arbeitseinkommen neigt dazu, mit Erfahrung, Beförderungen oder dem Erwerb von Fähigkeiten allmählich zu steigen. Im Gegensatz dazu ist das Kapitaleinkommen unregelmäßiger und konzentrierter; es schwankt mit den Märkten und kann bei schlechten Investitionen schnell einbrechen. Der Zugang zu Kapital unterscheidet sich auch stark von Person zu Person, wobei hohe Einkommen in der Regel stärker davon profitieren. Diese Unterschiede erklären, warum die Arbeit eine solidere Grundlage darstellt.

Daher beginnt ein nachhaltiger Einkommensanstieg am häufigsten mit stabilen Gewinnen aus Erwerbsarbeit. Diese Einkünfte ermöglichen es dann, zu sparen und Kapitaleinkünfte zu erzielen. Die Studie zeigt, dass finanzielle Stabilität und Aufstieg in erster Linie auf regelmäßigen Erwerbseinkünften basieren, wobei das Kapital häufig erst in einem zweiten Schritt hinzukommt.

Das Kapitaleinkommen: Quellen und Volatilität


Kapitaleinkommen bezeichnet Geld, das aus Vermögenswerten wie Aktien, Immobilien oder Unternehmensbeteiligungen erzielt wird. Im Gegensatz zum Arbeitseinkommen stammt es nicht direkt aus einer beruflichen Tätigkeit, sondern aus Anlagen oder Investitionen. Diese Quellen können Wachstumschancen bieten, sind aber oft mit erheblichen Risiken verbunden.

Die Volatilität des Kapitaleinkommens ist auf seine Abhängigkeit von den wirtschaftlichen Bedingungen und den Finanzmärkten zurückzuführen. Beispielsweise können Aktienkurse täglich schwanken, und Immobilienpreise können sich regional unterschiedlich entwickeln. Das macht diese Art von Einkommen weniger vorhersehbar als Gehälter, die in der Regel einer lineareren Entwicklung mit Berufserfahrung und Kompetenzen folgen.

Für die meisten Menschen machen Kapitaleinkünfte einen kleineren Teil ihrer Gesamteinnahmen aus. Personen mit hohen Einkommen ziehen oft einen größeren Nutzen daraus, was die Ungleichheiten verstärken kann.

Obwohl Kapital Einkommenszuschüsse bringen kann, macht seine instabile Natur es als hauptsächliche Grundlage unzuverlässig. Eine ausgewogene Strategie, die Arbeit und Sparen kombiniert, gewährleistet in der Regel langfristige finanzielle Sicherheit.