⏳ Studie identifiziert, in welchem genauen Alter unser Körper zu altern beginnt

Veröffentlicht von Adrien,
Quelle: Journal of Cachexia, Sarcopenia and Muscle
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Unser Körper beginnt seinen körperlichen Abbau früher als gemeinhin angenommen, doch es ist möglich, positiv auf diese Entwicklung einzuwirken. Eine schwedische Untersuchung, die über fast ein halbes Jahrhundert lief, liefert präzise Erkenntnisse zu diesem Phänomen.

Forscher des Karolinska Institutet haben mehrere hundert Menschen über einen Zeitraum von 47 Jahren, von der Jugend bis ins Erwachsenenalter, begleitet. Ihr Ziel war es, die Entwicklung der körperlichen Fitness, der Muskelkraft und der Ausdauer im Laufe des Lebens zu kartieren. Die gewonnenen Daten, veröffentlicht im Journal of Cachexia, Sarcopenia and Muscle, stellen eine außergewöhnliche Längsschnittstudie dar.


Diese Forschung basiert auf wiederholten Messungen derselben Personen, ein Ansatz, der einen Fortschritt gegenüber Studien darstellt, die lediglich verschiedene Altersgruppen zu einem bestimmten Zeitpunkt vergleichen. Sie ermöglicht es, die persönliche Entwicklung jedes Teilnehmers über die Jahrzehnte hinweg zu beobachten und zeichnet so ein genaueres Bild der Realität des körperlichen Alterns.

Die Daten weisen auf eine bedeutende Schwelle um das 35. Lebensjahr hin. Ab diesem Alter beginnen die Leistungen in der Regel nachzulassen, ein Trend, der mit der Zeit stärker wird. Dieser Rückgang erscheint als ein natürlicher Prozess, der alle Menschen betrifft, unabhängig von ihrem bisherigen Aktivitätsniveau. Diese Wende entspricht einer Phase, in der die körperliche Entwicklung abgeschlossen ist und die mit dem Altern verbundenen Mechanismen leise einsetzen. Dieser graduelle Rückgang ist mit physiologischen Veränderungen verbunden, wie einer leichten Abnahme der Muskelmasse und einer beginnenden Abnahme der kardiovaskulären Effizienz.

Die Untersuchung liefert jedoch auch eine sehr positive Nachricht. Erwachsene, die sich für eine Steigerung ihrer Aktivität entscheiden, selbst nach dem 35. Lebensjahr, können eine Verbesserung ihrer Fähigkeiten um 5 bis 10 Prozent verzeichnen. Maria Westerståhl, die Leiterin dieser Arbeit, gibt an, dass Bewegung hilft, den Leistungsverlust zu bremsen, ihn jedoch nicht vollständig aufzuhalten. Ihr Team sucht nun nach Faktoren, wie hormonellen oder genetischen Parametern, die diesen um das 35. Lebensjahr beobachteten Peak erklären und die Wirkung von Bewegung auf den Organismus präzisieren könnten.

Die Teilnehmer, die in Kürze erneut untersucht werden, ermöglichen es, das Verständnis der Zusammenhänge zwischen körperlicher Fitness, Lebensstil und Gesundheit zu verfeinern. Die Fortsetzung der Studie könnte so die beteiligten biologischen Mechanismen identifizieren und Empfehlungen für ein gesundes Altern leiten.

Wie beeinflusst körperliche Aktivität unseren Organismus beim Altern?


Die regelmäßige Ausübung körperlicher Aktivität wirkt auf mehreren Ebenen auf den Körper, insbesondere mit fortschreitendem Alter. Sie stimuliert das Herz-Kreislauf-System, verbessert die Durchblutung und hilft dem Herzen, effizienter zu arbeiten. Diese Effekte sind vorteilhaft für die Ausdauer und mildern das Gefühl der Erschöpfung bei alltäglichen Anstrengungen.

Was die Muskeln betrifft, fördert Bewegung den Erhalt von Masse und Kraft. Sie regt die Regeneration der Fasern an und optimiert die Koordination zwischen Muskeln und Nerven. Dies ermöglicht es, Bewegungen mit größerer Leichtigkeit auszuführen und die Selbstständigkeit zu bewahren, insbesondere bei Handlungen wie dem Tragen von Lasten oder dem Treppensteigen.

Die Vorteile beschränken sich nicht auf die Muskulatur. Regelmäßige Bewegung unterstützt auch die Festigkeit der Knochen, die Beweglichkeit der Gelenke und trägt zum reibungslosen Funktionieren der kognitiven Fähigkeiten bei. Sie kann zudem zu einem besseren Gleichgewicht und einer Verringerung des Sturzrisikos beitragen, ein wichtiger Aspekt für ältere Menschen.

Diese Vorteile erklären, warum selbst eine spät begonnene sportliche Betätigung messbare Gewinne bringt. Sie löscht den Abbau nicht aus, verändert aber seine Kurve positiv und bietet so langfristig eine bessere Lebensqualität.