Wenn Sie jemanden kannten, der leider an Bauchspeicheldrüsenkrebs litt, wissen Sie, dass die Prognose kurzfristig düster ist.
Wissenschaftler suchen schon lange nach den Mechanismen seiner Aggressivität. Antworten ergeben sich nun aus den Arbeiten eines brasilianischen Teams, das die zentrale Rolle eines spezifischen Proteins, des Periostins, identifiziert hat.
Diese Forschung, veröffentlicht in
Molecular and Cellular Endocrinology, zeigt, wie sternförmige Zellen der Bauchspeicheldrüse dieses Molekül herstellen. Ihre Arbeit hilft, einige der bei der Behandlung dieses Krebses auftretenden Hindernisse zu erklären.
Periostin wirkt, indem es die extrazelluläre Matrix verändert, jene Struktur, die gesundes Gewebe umhüllt und stützt. Dadurch können sich die Krebszellen freier durch die Bauchspeicheldrüse bewegen. Diese Veränderung der mechanischen Eigenschaften der Umgebung eröffnet Wege für eine beschleunigte Ausbreitung der Krankheit.
Durch diese Veränderung erlangen die Tumore die Fähigkeit, angrenzende Nerven zu infiltrieren, ein Phänomen, das als perineurale Invasion bekannt ist. Die Nerven dienen dann als Kanäle für eine Ausbreitung zu anderen Organen, was teilweise die schnelle Verbreitung dieses Krebses erklärt. Diese Fähigkeit, Nervenbahnen zu nutzen, ist zudem ein wichtiger Marker für seine Aggressivität, der häufig schon zu Beginn seiner Entwicklung beobachtet wird.
Darüber hinaus erzeugt die veränderte Umgebung eine dichte Fibrose um den Tumor herum, die eine physikalische Barriere bildet. Diese Barriere schränkt den Zugang von Chemotherapeutika zu den bösartigen Zellen ein und verringert so die Wirksamkeit konventioneller Behandlungen. Der Tumor profitiert also von einer geschützten Zone, die sowohl sein Wachstum als auch seine Streuung ermöglicht.
Die Hemmung von Periostin könnte eine Methode sein, um diese Nerveninvasion zu behindern. Klinische Studien, die diesen Weg erforschen, laufen bereits für andere Krebsarten, mit der Hoffnung auf die Entwicklung gezielterer Therapien gegen Bauchspeicheldrüsenkrebs. Das Blockieren dieses Proteins könnte das metastatische Potenzials des Tumors einschränken und möglicherweise die Wirkung aktueller Behandlungen verbessern.
Ein Ansatz, der Hoffnung gibt, die Aggressivität von Bauchspeicheldrüsenkrebs zu reduzieren, aber man darf nicht vergessen, dass viele Krebsarten leider zu spät entdeckt werden. Die Prävention ist ebenfalls Teil der Lösung.