Wissenschaftler haben festgestellt, dass Personen, die unter Hautproblemen leiden und gleichzeitig eine erste psychotische Episode erleben, anscheinend anfälliger dafür sind, Depressionen zu entwickeln und Suizidgedanken zu haben.
Diese Forschung, die auf dem Kongress der ECNP in Amsterdam vorgestellt wurde, umfasste 481 Patienten, die über vier Wochen nach Beginn ihrer antipsychotischen Behandlung beobachtet wurden. Fast 15 % von ihnen wiesen dermatologische Symptome auf, wie zum Beispiel Hautausschläge oder Juckreiz, wobei dieser Anteil bei Frauen höher war. Am Ende dieses Zeitraums wurden mehrere Indikatoren für ihre psychische Gesundheit gemessen.
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Die Analyse der Daten zeigt einen signifikanten Unterschied zwischen den Gruppen. Bei den Patienten ohne anfängliche Hauterkrankung berichteten nur 7 % über Suizidgedanken oder -versuche. Im Vergleich dazu lag diese Rate bei etwa 25 % bei denen mit Hautproblemen. Letztere erzielten am Ende der Beobachtung auch höhere Depressionswerte und ein geringeres Wohlbefinden.
Die Autoren der Studie schlagen vor, dass das Vorhandensein dieser dermatologischen Symptome ein früher Indikator sein könnte, um Patienten mit erhöhtem Risiko zu identifizieren. Diese Methode würde der Verwendung einer Blutanalyse ähneln, um eine Anfälligkeit für bestimmte Krankheiten festzustellen. Das Team hofft, dass diese Hinweise es ermöglichen, psychiatrische Interventionen bereits in den frühen Krankheitsphasen zu verfeinern.
Um diesen Zusammenhang aufzuklären, interessieren sich die Wissenschaftler für die Embryonalentwicklung. Haut und Gehirn teilen einen gemeinsamen Ursprung, da sie aus demselben embryonalen Keimblatt stammen, dem Ektoderm. Diese entwicklungsbedingte Verwandtschaft lässt vermuten, dass biologische Mechanismen, möglicherweise entzündlicher Natur, beide Systeme gleichzeitig beeinflussen könnten. Diese Hypothese muss jedoch durch weitere Forschungen untermauert werden.
Dr. Joaquín Galván, der diese Arbeit leitete, stellt fest, dass diese Studie einen ungewöhnlichen Ansatz wählt. Diese vorläufigen Beobachtungen ermutigen zur Durchführung größerer Studien, um zu untersuchen, ob dieser Zusammenhang auch für andere Störungen wie bipolare Störungen oder Angstzustände gilt. Prof. Eric Ruhe, Experte für Depressionen, hat seine Analyse dieser Ergebnisse mitgeteilt. Er ist der Ansicht, dass diese Korrelation weiter erforscht werden sollte, sowohl in diagnostischer Hinsicht als auch, um die zugrunde liegenden Mechanismen zu verstehen.
Der gemeinsame Ursprung von Haut und Gehirn
Um die Gründe für einen möglichen Zusammenhang zwischen Haut und psychischer Gesundheit zu verstehen, ist ein Blick auf die frühen Lebensstadien notwendig. Während der Embryonalentwicklung stammen die Gewebe, die das Nervensystem und die Haut bilden werden, aus derselben Zellschicht, dem Ektoderm. Dieser gemeinsame Ursprung erklärt, warum diese beiden Organe während des gesamten Lebens miteinander verbunden bleiben.
So könnten molekulare Signalwege und Entzündungsprozesse beiden Systemen gemeinsam sein. Beispielsweise könnten Moleküle, die an Immunreaktionen oder Stress beteiligt sind, sowohl den Zustand der Haut als auch das Gehirngleichgewicht beeinflussen. Diese biologische Interdependenz bietet einen Rahmen zur Interpretation klinischer Beobachtungen.
Zukünftige Forschungen müssen diese Mechanismen genauer bestimmen. Es ist möglich, dass frühe Störungen in der Entwicklung einen dauerhaften Eindruck hinterlassen und einige Menschen sowohl für Hautprobleme als auch für psychiatrische Störungen anfälliger machen. Die Untersuchung dieser Verbindungen könnte zur Identifizierung neuer Behandlungsziele führen.