🧠 Nickerchen verbessern die LernfĂ€higkeit des Gehirns

Veröffentlicht von Adrien,
Quelle: UniversitÀt Genf
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Eine kurze Schlafpause kann dem Gehirn helfen, sich zu regenerieren und seine LernfÀhigkeit zu verbessern. Dies ist das Ergebnis einer Studie des UniversitÀtsklinikums Freiburg (Deutschland), der UniversitÀtskliniken Genf (HUG) und der UniversitÀt Genf (UNIGE).

Die Wissenschaftler zeigen, dass ein kurzes Einnicken hilft, neuronale Verbindungen neu zu organisieren, was die Kodierung neuer Informationen erleichtert. Bisher wurden diese Vorteile nur nach einer vollen Nacht Schlaf beobachtet. Eine Studie, die in der Zeitschrift NeuroImage veröffentlicht wurde.


Illustrationsbild Pixabay

"Unsere Ergebnisse zeigen, dass selbst eine kurze Schlafphase das Gehirn in einen Zustand versetzen kann, der förderlich fĂŒr das Lernen und Erinnern ist", erklĂ€rt der Studienleiter Prof. Christoph Nissen, Chefarzt des Dienstes fĂŒr psychiatrische SpezialitĂ€ten der HUG und ordentlicher Professor an der Abteilung fĂŒr Psychiatrie der UNIGE. Er fĂŒhrte diese Studie wĂ€hrend seiner Zeit als Ärztlicher Direktor des Schlafzentrums an der Klinik fĂŒr Psychiatrie und Psychotherapie des UniversitĂ€tsklinikums Freiburg durch.

GehirnaktivitÀt wÀhrend des Nickerchens


Das Gehirn ist tagsĂŒber stĂ€ndig aktiv. Neue EindrĂŒcke, Gedanken und Informationen werden verarbeitet, was die Verbindungen zwischen den Neuronen (Synapsen) stĂ€rkt, die eine wichtige neuronale Grundlage fĂŒr das Lernen darstellen. Dies fĂŒhrt jedoch zu einer SĂ€ttigung, die die FĂ€higkeit des Gehirns, im Laufe der Zeit neue Informationen zu kodieren, verringert. Schlaf hilft, diese ĂŒbermĂ€ĂŸige AktivitĂ€t zu regulieren, ohne wichtige Informationen zu verlieren.

"Die Studie zeigt, dass dieser 'synaptische Neustart' bereits nach einem Nickerchen stattfindet und dass neue Informationen danach potenziell besser gespeichert werden können", erklĂ€rt Prof. Christoph Nissen. "Diese Studie hilft uns, die Bedeutung kurzer Schlafphasen fĂŒr die mentale Erholung zu verstehen", fĂ€hrt Prof. Kai Spiegelhalder fort, Leiter der Sektion Psychiatrische Schlafforschung und Schlafmedizin an der Klinik fĂŒr Psychiatrie und Psychotherapie des UniversitĂ€tsklinikums Freiburg. "Ein kurzer Schlaf kann helfen, Klarheit im Kopf wiederzuerlangen und konzentriert zu bleiben", fĂŒgt er hinzu.

Studienmethodik


An der Studie nahmen 20 gesunde junge Erwachsene teil. An zwei verschiedenen Nachmittagen machten dieselben Teilnehmer in einer der Sitzungen ein Nickerchen und blieben in der anderen wach. Das Nickerchen dauerte durchschnittlich 45 Minuten. Da es nicht empfohlen wird, Synapsen direkt bei gesunden Menschen zu messen, nutzte das Forschungsteam nicht-invasive Methoden wie die transkranielle Magnetstimulation (TMS) und das Elektroenzephalogramm (EEG), um die StÀrke und FlexibilitÀt der Synapsen abzuleiten.

Die Ergebnisse zeigten, dass die gesamte synaptische StĂ€rke im Gehirn nach dem Nickerchen reduziert war, was auf die erholsame Wirkung des Schlafs hindeutet. Gleichzeitig war die FĂ€higkeit des Gehirns, neue Verbindungen zu bilden, deutlich verbessert. Nach einem Nickerchen war das Gehirn daher besser darauf vorbereitet, neue Informationen zu kodieren, als wenn es fĂŒr eine gleich lange Zeit wach geblieben wĂ€re.

Anwendungen im Alltag und Perspektiven


Die Studie liefert eine biologische ErklĂ€rung fĂŒr die Beobachtung, dass Menschen nach einem Nickerchen oft leistungsfĂ€higer sind. Sie könnte besonders nĂŒtzlich in Berufen oder AktivitĂ€ten sein, die eine hohe geistige oder körperliche LeistungsfĂ€higkeit erfordern, wie Musik, Sport oder sicherheitskritische Bereiche. Ein kurzes Nickerchen könnte dort empfohlen werden, um die Effizienz aufrechtzuerhalten. "Ein Nickerchen kann helfen, die Leistung auch bei hoher Arbeitsbelastung aufrechtzuerhalten", erklĂ€rt Prof. Christoph Nissen.

Die Wissenschaftler betonen, dass aus dieser Studie nicht abgeleitet werden sollte, dass gelegentliche Schlafprobleme automatisch zu einem Leistungsabfall fĂŒhren. Insbesondere bei chronischer Schlaflosigkeit sind die Regulierungssysteme fĂŒr Schlaf und Wachsein weitgehend intakt. Vielmehr sind es die Sorgen, die durch die Angst vor Schlaflosigkeit entstehen, die problematisch sind. In solchen FĂ€llen ist eine kognitive Verhaltenstherapie fĂŒr Schlaflosigkeit (KVT-I) geeigneter als Schlafmittel, da letztere die natĂŒrlichen Erholungsprozesse des Gehirns stören und zu AbhĂ€ngigkeit fĂŒhren können.