Die Erde schwankt seit Millionen von Jahren zwischen Eiszeiten und wĂ€rmeren Episoden. Die Bewegungen des Bodens unter unseren FĂŒĂen könnten eine viel wichtigere Rolle in diesem Zyklus spielen als bisher angenommen.
Eine kĂŒrzlich in Communications, Earth and Environment veröffentlichte Studie zeigt, dass die Bewegungen der tektonischen Platten auf der ErdoberflĂ€che das Klima erheblich beeinflussen. Im Gegensatz zu einer verbreiteten Idee sind es nicht nur die vulkanismuserzeugenden Zonen, die berĂŒcksichtigt werden.
Die tektonische AktivitÀt der Erde könnte ihr Klima stÀrker beeinflusst haben als erwartet. Bildnachweis: Prof Tom Gernon, UniversitÀt Southampton
Um zu dieser Aussage zu gelangen, griffen die Forscher auf Computermodelle zurĂŒck, um den Weg des Kohlenstoffs ĂŒber 540 Millionen Jahre zurĂŒckzuverfolgen. Ihre Arbeit zeigt, dass ozeanische RĂŒcken und kontinentale Riftzonen, wo sich Platten auseinanderbewegen, mehr Kohlendioxid freisetzen als geschĂ€tzt. Diese Regionen tragen erheblich zum tiefen Kohlenstoffkreislauf bei. Dieser Mechanismus liefert GrĂŒnde, warum unser Planet im Laufe der Zeit von warmen zu kalten ZustĂ€nden wechselt.
Vulkane in Inselbögen werden derzeit als die wichtigsten geologischen Kohlenstoffquellen angesehen. Diese Studie zeigt jedoch, dass vor dem Auftreten kalkbildender Planktonorganismen vor etwa 200 Millionen Jahren die Emissionen von ozeanischen RĂŒcken dominierten. Diese kleinen Meereslebewesen verĂ€nderten das Gleichgewicht, indem sie Kohlenstoff in Sedimenten sequestrierten, was die Emissionen in den letzten 120 Millionen Jahren beeinflusste.
Diese Erkenntnisse geben ein neues VerstĂ€ndnis des Klimagleichgewichts, indem sie zeigen, dass das Klima von der inneren Dynamik der Erde abhĂ€ngt. Sie ermöglichen ein besseres Erfassen der Mechanismen, die das Klima ĂŒber lange ZeitrĂ€ume regulieren, indem sowohl natĂŒrliche Zyklen als auch menschlicher Einfluss einbezogen werden.