👓 Myopie: und wenn es nicht an den Bildschirmen läge?

Veröffentlicht von Adrien,
Quelle: Cell Reports
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Myopie entwickelt sich bei jungen Menschen in bemerkenswertem Tempo, und Bildschirme sind wahrscheinlich nicht die einzigen Faktoren. Während Smartphones und Computer regelmäßig in der Kritik stehen, legt eine aktuelle Studie eine andere Erklärung nahe, die unseren Ansatz zu diesem Thema verändern könnte.

In diesem Rahmen haben Wissenschaftler des SUNY College of Optometry untersucht, wie unsere Sehgewohnheiten in Innenräumen eine wichtige Rolle spielen könnten. Ihre Arbeit, die in Cell Reports erscheinen soll, zeigt, dass schwaches Licht in Räumen und die Zeit, die mit dem Betrachten naher Objekte wie einem Buch oder einem Bildschirm verbracht wird, die Lichtmenge reduzieren, die die Netzhaut erreicht. Diese Kombination scheint für den Anstieg der Myopie entscheidender zu sein als die Bildschirme selbst.


Illustrationsbild Pixabay

Tatsächlich verengt sich die Pupille, wenn wir einen nahen Gegenstand lesen oder bearbeiten, um die Bildschärfe zu verbessern. In einer schwach beleuchteten Umgebung kann diese Verengung die Netzhautausleuchtung zu stark reduzieren. Die Forscher erklären, dass sich die Pupille draußen bei hellem Licht hauptsächlich aufgrund der Helligkeit zusammenzieht, was immer noch genügend Licht für die Netzhaut durchlässt. In Innenräumen ist der Mechanismus anders und könnte die Entwicklung von Myopie begünstigen.

Wenn sich diese Hypothese bestätigt, könnte sie Ansätze zur Begrenzung des Fortschreitens der Myopie beeinflussen. Experten könnten empfehlen, für ausreichende Beleuchtung bei Nahaktivitäten zu sorgen und die Akkommodationsanforderung zu verringern, zum Beispiel mit multifokalen Gläsern. Zeit im Freien zu verbringen und in die Ferne zu schauen, ist ebenfalls ein vielversprechender Ansatz, da dies die Augen reichlich Licht aussetzt und keine anhaltende Fokussierung erfordert.

Abschließend weisen die Autoren der Studie darauf hin, dass diese Ergebnisse keine endgültige Antwort darstellen, sondern eine überprüfbare Hypothese bieten, die Sehgewohnheiten, Beleuchtung und Augenphysiologie miteinander verbindet. Weitere Forschung ist notwendig, um diese Zusammenhänge zu untersuchen und Präventionsstrategien zu verfeinern.