Ingenieure stehen vor einem großen Problem: große bewohnbare Module mit Raketen mit begrenzten Kapazitäten in den Weltraum zu transportieren. Private Unternehmen bieten nun eine praktische Lösung an: Strukturen, die sich einmal im Orbit oder am Ziel entfalten.
Vor diesem Hintergrund hat Voyager Technologies bekannt gegeben, mehrere Millionen Dollar in Max Space zu investieren, einen Spezialisten für expandierbare Habitate auf dem Mond. Diese Partnerschaft soll die Entwicklung dieser Module beschleunigen, indem die Produktion erhöht und die Ingenieurbemühungen verstärkt werden. Das gemeinsame Ziel ist es, diese Technologie für zukünftige Mondmissionen einsatzbereit zu machen.
Künstlerische Darstellung eines expandierbaren Max-Space-Habitats auf dem Mond. Quelle: Max Space
Diese Habitate sind so konzipiert, dass sie sich kompakt falten lassen, sodass sie in der Nutzlastverkleidung von Raketen wie der Falcon 9 von SpaceX untergebracht werden können. Sobald sie am Zielort, auf dem Mond oder im Orbit, ankommen, entfalten sie sich und bieten einen viel größeren Innenraum als herkömmliche starre Module.
Diese Zusammenarbeit findet auch im Rahmen des Artemis-Programms der NASA statt, das für 2028 eine bemannte Mondlandung und den Aufbau einer dauerhaften menschlichen Präsenz vorsieht. Expandierbare Module könnten so zu Bausteinen für eine Mondbasis an der Oberfläche werden, indem sie geräumige Lebensräume bereitstellen.
Das Konzept des expandierbaren Habitats ist nicht völlig neu. Die NASA hatte 2016 ein ähnliches Modul, das Bigelow Expandable Activity Module (BEAM), getestet, das an der Internationalen Raumstation angebracht war, um seine Leistung zu untersuchen. Finanzielle Probleme hatten leider zur Schließung von Bigelow Aerospace geführt. Max Space hofft nun, größere und robustere Versionen zu entwickeln.
Wie expandierbare Habitate funktionieren
Expandierbare Habitate beruhen auf einer raffinierte Ingenieurskunst, die es ermöglicht, ihre Größe während des Starts zu reduzieren. Sie werden aus flexiblen und widerstandsfähigen Materialien hergestellt, oft verstärkten Polymeren, die gefaltet oder gerollt werden können, um in beengte Räume zu passen. An Ort und Stelle bringt ein Aufblas- oder mechanisches Entfaltungssystem sie in ihre endgültige Form, wodurch erhebliche Wohnvolumen entstehen, ohne die Rakete zu beschweren.
Quelle: Max Space
Im Vergleich zu traditionellen starren Strukturen bieten diese Habitate mehrere Vorteile. Ihre reduzierte Masse beim Start ermöglicht Treibstoffeinsparungen und niedrigere Startkosten. Darüber hinaus bedeutet ihre Fähigkeit, sich nach der Ankunft zu vergrößern, dass Astronauten von mehr Komfort profitieren, mit mehr Platz zum Leben, Arbeiten und Lagern von Ausrüstung, was für Langzeitmissionen auf dem Mond oder dem Mars entscheidend ist.
Die Haltbarkeit dieser Module wird unter extremen Bedingungen getestet. Sie müssen Weltraumstrahlung, Temperaturschwankungen und Mikrometeoriten standhalten. Tests auf der Erde und im Orbit, wie der des BEAM-Moduls, haben gezeigt, dass diese Strukturen sicher und zuverlässig sein können.
In Zukunft könnten Innovationen in diesem Bereich selbstentfaltende Systeme oder intelligente Materialien umfassen, die sich an die Bedingungen anpassen. Diese Fortschritte könnten expandierbare Habitate noch effizienter machen und die Einrichtung dauerhafter Basen jenseits der Erdumlaufbahn erleichtern.