Das Fettgewebe, das "Fett" unseres Körpers, besitzt eine überraschende Anpassungsfähigkeit. Eine aktuelle Studie zeigt, dass es sich tatsächlich regenerieren und nach einem signifikanten Gewichtsverlust wieder einen gesunden Zustand erreichen kann. Damit widerlegt die Studie die Vorstellung eines dauerhaften, durch Adipositas hinterlassenen Gedächtnisses.
Diese Entdeckung ist das Ergebnis der Arbeit von Forschern der Universität Süddänemark. Ihre Forschung, veröffentlicht in Nature Metabolism, konzentriert sich auf die Beobachtung zellulärer Veränderungen während einer Gewichtsreduktion.
Neue Medikamente, die die mitochondriale Funktion hemmen, würden Adipositas und Diabetes bei Mäusen bekämpfen, mit Potenzial für die Entwicklung einer Behandlung beim Menschen. Illustrationsbild Pixabay
Nach einer bariatrischen Operation (z.B. Magenband) und einem erheblichen Gewichtsverlust zeigen Proben des Fettgewebes deutliche Verbesserungen. Beispielsweise sinkt die Anzahl der Immunzellen, die mit Entzündungen in Verbindung stehen, stark auf ein Niveau, das dem von schlanken Personen vergleichbar ist. Diese Abnahme begünstigt eine bessere Insulinsensitivität und trägt dazu bei, metabolische Risiken wie Typ-2-Diabetes zu senken.
Bei moderateren Gewichtsverlusten von 5 bis 10 % stellten die Wissenschaftler keinen signifikanten Rückgang der Entzündung fest. Stattdessen beobachteten sie eine Veränderung der Genaktivität, die die Bildung neuer, potenziell funktionstüchtigerer Fettzellen fördert. Dieses Phänomen könnte die frühen klinischen Verbesserungen der Gesundheit erklären, selbst bei einer begrenzten Gewichtsabnahme.
Veränderungen des Fettgewebes während der Gewichtsabnahme in der ATLAS-Studie: Die Forscher beobachteten Personen mit schwerer Adipositas vor und nach einer Gewichtsabnahme durch Lebensstilinterventionen und bariatrische Chirurgie. Bildnachweis: Anne Loft/SDU
Zu den weiteren positiven Entwicklungen gehört eine Zunahme der Zellen, die Blutgefäße bilden. Diese Anpassung verbessert die Sauerstoffversorgung und Ernährung des Gewebes und trägt so zu seiner Wiederherstellung bei. Insgesamt tendieren die Genexpressionsprofile zur Normalisierung, was auf eine Rückkehr zu einem Zustand hindeutet, der dem von Personen ähnelt, die nie an Adipositas gelitten haben.
Diese Beobachtungen helfen, die Mechanismen zu verstehen, durch die Gewichtsverlust vor Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen schützt. Das Fettgewebe zeigt somit eine echte Fähigkeit zur Erholung. Es belegt, dass die schädlichen Folgen von Adipositas nicht unumkehrbar sind und eine Wiederherstellung der Gesundheit möglich ist.