đŸ”„ BrĂ€nde: Ein 2000-Jahre-Trend hat sich umgekehrt

Veröffentlicht von Adrien,
Quelle: Global Change Biology
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Es ist ein Wendepunkt in den Kurven: In tropischen Moorgebieten wurde gerade ein deutlicher Anstieg der BrĂ€nde entdeckt. WĂ€hrend ihre HĂ€ufigkeit ĂŒber mehr als ein Jahrtausend kontinuierlich abgenommen hatte, ist sie in den letzten hundert Jahren abrupt angestiegen. Dieser Trendwechsel, der durch eine neue Studie dokumentiert wurde, fĂ€llt mit der Intensivierung menschlicher AktivitĂ€ten in diesen Regionen zusammen.

Um diese Geschichte nachzuzeichnen, analysierten Forscher Holzkohlefragmente, die in Torfschichten ĂŒber zweitausend Jahre hinweg erhalten geblieben sind. Diese Proben aus Gebieten in Mittel- und SĂŒdamerika, Afrika, SĂŒdostasien und Australasien zeigen, dass Feuer frĂŒher hauptsĂ€chlich mit trockenen Klimabedingungen zusammenhingen. Die in Global Change Biology veröffentlichten Ergebnisse deuten auf einen allmĂ€hlichen RĂŒckgang der BrandaktivitĂ€t ĂŒber mehr als tausend Jahre hin.


Illustrationsbild Pixabay

Diese lange Phase des RĂŒckgangs endete im 20. Jahrhundert mit einem raschen Anstieg der Brandzahl. Dieser deutliche Bruch mit der Vergangenheit zeigt, dass nun andere Faktoren als das Klima eine Rolle spielen.

Der Wiederanstieg ist in SĂŒdostasien und Teilen Australasiens besonders ausgeprĂ€gt. In diesen Gebieten trocknen die EntwĂ€sserung von Mooren fĂŒr die Landwirtschaft, Abholzung und Urbanisierung die Böden aus, was sie leichter entflammbar macht. Diese Praktiken verĂ€ndern das natĂŒrliche Gleichgewicht und erhöhen die Risiken.

Im Gegensatz dazu haben die in der Regel isolierteren Moore SĂŒdamerikas und Afrikas keine gleichartige VerstĂ€rkung erlebt. Dennoch könnten diese Regionen mit dem Bevölkerungswachstum und der wirtschaftlichen Entwicklung in Zukunft stĂ€rker gefĂ€hrdet sein.

Diese Ökosysteme speichern erhebliche Mengen an Kohlenstoff und ĂŒbertreffen dabei sogar alle WĂ€lder der Welt zusammen. Wenn sie brennen, wird dieser Kohlenstoff in die AtmosphĂ€re freigesetzt und trĂ€gt zur globalen ErwĂ€rmung bei.

Die Rolle von Mooren im Kohlenstoffkreislauf


Moore entstehen in Feuchtgebieten, wo abgestorbene Vegetation sehr langsam zerfĂ€llt und ĂŒber Tausende von Jahren kohlenstoffreiche organische Substanz ansammelt. Dieser Prozess erzeugt Torfschichten, die wie Senken wirken und atmosphĂ€risches Kohlendioxid einfangen.

Diese LebensrĂ€ume sind besonders effizient fĂŒr die Speicherung, da stehendes Wasser mikrobielle AktivitĂ€t und Zersetzung verlangsamt. Der Kohlenstoff bleibt so im Boden gefangen. Wenn Moore entwĂ€ssert oder verbrannt werden, wird der gespeicherte Kohlenstoff als Kohlendioxid und andere Treibhausgase freigesetzt, was die ErwĂ€rmung beschleunigen kann.

Die menschlichen Faktoren hinter der Zunahme der BrÀnde


Die Ausweitung menschlicher AktivitĂ€ten in den Tropen hat die Moorlandschaften tiefgreifend verĂ€ndert. Die EntwĂ€sserung fĂŒr die Landwirtschaft etwa trocknet Böden aus und macht sie in DĂŒrrezeiten leichter entflammbar. DarĂŒber hinaus zerstĂŒckelt die Umwandlung von Land fĂŒr Plantagen oder Stadtentwicklung diese Ökosysteme und verringert ihre natĂŒrliche WiderstandsfĂ€higkeit gegen Feuer.

In SĂŒdostasien, wo der Anstieg am deutlichsten ist, können kontrollierte BrĂ€nde zur Vorbereitung von Feldern auch zu unkontrollierbaren Feuern eskalieren. Das Zusammenspiel von Trockenheit und diesen menschlichen AktivitĂ€ten hat im letzten Jahrhundert Bedingungen geschaffen, die das beobachtete Feueraufkommen begĂŒnstigten.