Was wäre, wenn Kimchi, das berühmte fermentierte koreanische Kohlgericht, uns helfen könnte, Nanoplastik loszuwerden? Das lässt eine Entdeckung aus Südkorea vermuten: Ein Bakterium aus diesem traditionellen Gewürz zeigt die Fähigkeit, diese Partikel im Darm zu binden und bietet so einen neuen Ansatz, um ihre Anreicherung im Körper zu begrenzen.
Diese Partikel, die aus der Fragmentierung von Kunststoffen stammen, sind kleiner als ein Mikrometer. Ihre extreme Kleinheit ermöglicht es ihnen, in die Nahrung und das Wasser, das wir konsumieren, zu gelangen. Nach der Aufnahme können sie die Darmwand durchdringen und sich in verschiedenen Organen wie dem Gehirn oder den Nieren ablagern, wo ihre Langzeitwirkungen noch erforscht werden müssen.
Verschiedene Gerichte auf Kimchi-Basis. Bildillustration Pixabay
Im Weltinstitut für Kimchi konzentrierten sich die Forscher auf ein in dieser Zubereitung vorkommendes Milchsäurebakterium, Leuconostoc mesenteroides CBA3656. Bekannt für seine positiven Effekte auf das Mikrobiom, zeigt dieser Stamm eine bisher unbekannte Fähigkeit: Es haftet stark an Polystyrol-Nanoplastikpartikeln und bildet Aggregate, die leichter ausgeschieden werden könnten.
Bei Labortests band dieser Mikroorganismus 87 % des vorhandenen Nanoplastiks. Selbst unter Bedingungen, die den menschlichen Darm nachahmen, bleibt seine Wirksamkeit bemerkenswert und erreicht 57 %, eine Rate, die deutlich höher ist als bei anderen untersuchten Bakterien. Seine Robustheit gegenüber der Säure und den wechselnden Milieus des Verdauungssystems stellt einen entscheidenden Vorteil für eine künftige Anwendung dar.
Mechanismus der Biosorption von Nanoplastik durch Milchsäurebakterien aus Kimchi. Quelle: World Institute of Kimchi (WiKim)
Diese Wirkung wurde an Mäusen ohne Mikrobiom bestätigt. Die Nagetiere, die das Bakterium CBA3656 erhielten, scheiden über ihren Kot mehr als doppelt so viel Nanoplastik aus wie die Kontrollgruppe. Diese erhöhte Ausscheidung deutet darauf hin, dass das Probiotikum als Träger fungiert, die Partikel im Verdauungstrakt einfängt und so ihre natürliche Ausscheidung fördert.
Diese Beobachtungen lassen vermuten, dass Mikroorganismen aus fermentierten Lebensmitteln wie Kimchi eine ergänzende Methode darstellen könnten, um die Menge an Plastik im Körper zu reduzieren.
Erhöhte Ausscheidung von Nanoplastik bei mit Kimchi-Probiotika behandelten Mäusen. Quelle: World Institute of Kimchi (WiKim)