Leben könnte in der völligen Dunkelheit des Weltraums, fern von jedem Stern, entstehen und sich ausbreiten.
Aktuelle Forschungen zeigen, dass Monde, die herrenlose Planeten begleiten, für Milliarden von Jahren flüssige Ozeane beherbergen könnten. Diese isolierten Welten stellen somit potenzielle Nischen für Leben dar, die über die gesamte Galaxie verstreut und in Bewegung sind.
Nach gravitativen Störungen aus ihrem ursprünglichen Sternensystem ausgestoßen, treiben diese Planeten allein durch den interstellaren Raum. Sie können ihre natürlichen Satelliten behalten, deren Umlaufbahnen sich nach dem Auswurf oft verändern und stark elliptisch werden.
Diese stark gestreckte Umlaufbahn verursacht ständige Veränderungen der Entfernung zwischen dem Mond und seinem Wirtsplaneten. Eine solche Dynamik erzeugt bedeutende Gezeitenkräfte, die das Innere des Satelliten periodisch verformen. Die Reibung, die aus diesen Verformungen resultiert, erzeugt genügend innere Wärme, um Wasser im flüssigen Zustand zu halten, selbst ohne stellare Strahlung und trotz der intensiven Kälte des Weltraums. Dieser Mechanismus, genannt Gezeitenheizung, kann über Zeiträume andauern, die mit der Geschichte unseres Planeten vergleichbar sind.
Wir befinden uns also in einer Situation, in der, kontraintuitiv, der Auswurf des Planeten und seines Mondes eine Umgebung schafft, die für die Entstehung von Leben geeignet ist. Hier geht es nicht mehr um eine habitale Zone um einen Stern: Das System hat sich selbst zu einer eigenen bewohnbaren Zone oder einer bewohnbaren Insel geformt.
Damit diese Wärme jedoch nicht im Weltraum verloren geht, ist das Vorhandensein einer geeigneten Atmosphäre notwendig. Die Wissenschaftler haben sich auf Hüllen konzentriert, die reich an Wasserstoff sind. Im Gegensatz zu Kohlendioxid, das unter diesen eisigen Bedingungen fest werden würde, bleibt Wasserstoff nämlich gasförmig. Unter hohem Druck können seine Moleküle die Wärme einfangen. Dies bildet eine effektive Isolierschicht, die es der Oberfläche dieser Monde ermöglicht, eine für flüssiges Wasser geeignete Temperatur zu bewahren.
Diese Konfigurationen weisen Ähnlichkeiten mit der frühen Erde auf. Die Gezeitenkräfte, die auf diese Monde wirken, könnten auch Zyklen von Verdunstung und Kondensation erzeugen und so zur Bildung präbiotischer Moleküle beitragen.
Herrenlose Planeten wären in der Milchstraße sehr zahlreich, einige Schätzungen vergleichen ihre Menge mit der der Sterne. Wenn ein Teil von ihnen Monde besitzt, bieten diese Satelliten stabile Zufluchtsorte, an denen lebensfreundliche Bedingungen für Milliarden von Jahren aufrechterhalten werden könnten.
Diese Arbeit, veröffentlicht in den
Monthly Notices of the Royal Astronomical Society, erweitert daher das Feld der potenziell gastfreundlichen Welten über Sternsysteme hinaus und deutet an, dass sich Ökosysteme bis in die dunkelsten Regionen des Kosmos bilden könnten.