🐝 Millionen Bienen entwickeln sich unter diesem Friedhof

Veröffentlicht von Adrien,
Quelle: Apidologie
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Alles begann 2022 mit einer unerwarteten Beobachtung. Eine Technikerin der Cornell University brachte ihrem Labor ein mit Bienen gefĂŒlltes Glas, die sie auf einem Friedhof in Ithaca gefunden hatte. Schnell identifizierten die Forscher die Art: Andrena regularis, eine solitĂ€r lebende Biene, die im Boden nistet und aktiv an der BestĂ€ubung teilnimmt.

Bei der Untersuchung des Standorts entdeckten die Wissenschaftler eine Kolonie von außergewöhnlichem Ausmaß. Zwischen 3 und 8 Millionen Individuen bevölkern etwa 6.000 Quadratmeter. Eine solche Dichte entspricht mehreren hundert Bienenstöcken von Honigbienen, konzentriert auf engem Raum.


Bild zur Illustration Unsplash

Laut der in Apidologie veröffentlichten Studie gehört diese Population zu den grĂ¶ĂŸten, die je dokumentiert wurden. Die Forscher betonen, dass es wahrscheinlich andere vergleichbare Ansammlungen gibt, die aber mangels detaillierter Beobachtungen noch unbekannt sind.

Im Gegensatz zu sozialen Bienen leben diese Insekten allein. Jedes Weibchen grĂ€bt seine eigene Erdhöhle, legt dort seine Eier ab und versorgt sie mit Pollen und Nektar. Die Larven entwickeln sich vollstĂ€ndig unter der Erde, bevor sie im folgenden FrĂŒhjahr schlĂŒpfen.

Eine bemerkenswerte Besonderheit: Diese Art verbringt den Winter als erwachsenes Tier unter der Erde. Sobald die FrĂŒhlingsemperaturen steigen, kommen zuerst die MĂ€nnchen heraus, gefolgt von den Weibchen wenige Tage spĂ€ter. Dieser Versatz fördert die Fortpflanzung gleich nach ihrem Erscheinen.

Dieses SchlĂŒpfen fĂ€llt mit der BlĂŒte der ApfelbĂ€ume zusammen, einer typischen Kulturpflanze der Region. Der in der NĂ€he von Obstplantagen gelegene Friedhof bietet somit einen idealen Ausgangspunkt fĂŒr die BestĂ€ubung. Die Bienen nutzen auch die umliegenden Wildblumen.

Die lokalen Bedingungen erklĂ€ren teilweise diese Konzentration. Der sandige Boden erleichtert das Graben der Nester, das Fehlen von Pestiziden und die geringen Störungen begĂŒnstigen ihre dauerhafte Ansiedlung. Friedhöfe erweisen sich somit als unerwartete Refugien fĂŒr die BiodiversitĂ€t.

Die Forscher nutzten Schlupffallen, um die Population abzuschĂ€tzen. Diese Vorrichtungen fangen die aus dem Boden schlĂŒpfenden Insekten, was RĂŒckschlĂŒsse auf ihre Dichte und AktivitĂ€tsperiode erlaubt. Sie zeigten auch die PrĂ€senz von Kuckucksbienen, die ihre Eier in die Nester anderer Arten legen.

Diese Entdeckung zeigt auch, wie wichtig es ist, diese unauffÀlligen LebensrÀume zu erhalten. Schon eine einfache VerÀnderung des GelÀndes könnte Millionen von Individuen auf einen Schlag auslöschen.