🪐 Eine KI entdeckt auf einen Schlag über hundert neue Exoplaneten!

Veröffentlicht von Adrien,
Quelle: Monthly Notices of the Royal Astronomical Society
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Ein Werkzeug der künstlichen Intelligenz hat die Entdeckung und Bestätigung von mehr als hundert neuen Exoplaneten ermöglicht. Diese Ernte an Welten liefert neue Erkenntnisse über die Vielfalt und Verteilung von Planetensystemen.

TESS, der "Transiting Exoplanet Survey Satellite" der NASA, durchmustert den Himmel, um die winzigen Helligkeitseinbrüche zu erfassen, die durch den Vorbeizug eines Planeten vor seinem Stern verursacht werden. Die über vier Jahre gesammelten Daten wurden von einer speziellen Software namens RAVEN verarbeitet, die dafür konzipiert ist, Signale mit hoher Genauigkeit zu erkennen.


Künstlerische Darstellung des Kepler-11-Systems, ein Beispiel für ein Multi-Planeten-System mit engen Umlaufbahnen. Um diesen sonnenähnlichen Stern kreisen sechs Planeten, manchmal mit mehreren gleichzeitigen Transits, wie hier für drei von ihnen dargestellt, die 2010 von der NASA-Mission Kepler beobachtet wurden.
Bildnachweis: NASA/Tim Pyle

Diese Software nutzt maschinelle Lernmodelle, die auf realistischen Simulationen trainiert wurden, um echte Exoplaneten von mehrdeutigen Signalen, wie sie beispielsweise von Doppelsternen erzeugt werden, zu unterscheiden. Diese integrierte Methode bewältigt sowohl die Erkennung als auch die Validierung der Informationen in einem einzigen Schritt und bietet somit eine größere Konsistenz und Objektivität als klassische Ansätze.

Unter den nun bestätigten Welten befinden sich Planeten mit ultrakurzer Umlaufzeit, die eine Bahn in weniger als 24 Stunden vollenden, sowie ungewöhnliche Exemplare, die sich in der "Neptunwüste" befinden, einer Region, in der Himmelskörper dieser Größe selten sind. Auch Systeme, die mehrere Planeten mit engen Bahnen beherbergen, wurden identifiziert.

Die Forscher konnten abschätzen, dass fast 10 % der sonnenähnlichen Sterne einen Planeten mit kurzer Umlaufbahn besitzen, ein Ergebnis, das mit früheren Arbeiten übereinstimmt, jedoch mit einer geringeren Fehlermarge. Die Neptunwüste scheint hingegen nur um etwa 0,08 % dieser Sterne zu existieren, was eine quantitative Messung für diese Zone liefert.

Die Zuverlässigkeit dieses neuen Katalogs eröffnet Möglichkeiten für vertiefte Studien, zumal Werkzeuge veröffentlicht wurden, um Astronomen bei der Auswahl der interessantesten Systeme zu unterstützen. Künftige Missionen wie PLATO der Europäischen Weltraumorganisation können auf diese Ressourcen zurückgreifen.