🧲 Magnetismus zeigt: Die Anden sind viel älter als angenommen

Veröffentlicht von Adrien,
Quelle: Earth and Planetary Physics
Andere Sprachen: FR, EN, ES, PT
Eine neue geologische Studie korrigiert die bisherigen Annahmen ĂĽber die Entstehung der Anden-Kordillere.

Veröffentlichte Arbeiten in Earth and Planetary Physics deuten darauf hin, dass die Hauptphasen der Kollision zwischen den tektonischen Platten früher stattfanden, als Modelle bisher annahmen, und verändern so unser Verständnis der Entwicklung dieses mächtigen Gebirgszugs.


Illustrationsbild Unsplash

Zu dieser Erkenntnis gelangten Wissenschaftler, indem sie sich mit alten Vulkanitgesteinen im Norden Kolumbiens befassten. Diese Formationen aus dem späten Miozän, die 12 bis 6 Millionen Jahre alt sind, bilden ein Archiv der Kräfte, die die Region geformt haben.

Das Team verwendete eine Analyse des "magnetischen Gefüges" (siehe unten), um diese Vergangenheit zu rekonstruieren. Diese Methode untersucht die Ausrichtung magnetischer Minerale in Gesteinen, wodurch sich Strukturen vulkanischen Ursprungs von späteren, durch Plattenbewegungen verursachten Verformungen unterscheiden lassen.

Die Ergebnisse sind eindeutig: Viele Gesteine besitzen ihr ursprüngliches magnetisches Gefüge, das mit der Bewegung des Magmas oder vulkanischen Strömungen verbunden ist. Folglich erscheint die tektonische Überprägung während des späten Miozäns schwach, was darauf hindeutet, dass die intensive Phase der Kontinentalkollision im Wesentlichen bereits vor dieser Periode abgeschlossen war.

Diese zeitliche Neujustierung korrigiert die aktuellen Modelle zur Entstehung der Anden. Sie ermöglicht ein besseres Verständnis dafür, wie die Wechselwirkungen zwischen den Platten die Landschaften formten, und demonstriert gleichzeitig den Nutzen magnetischer Methoden in vulkanischen Umgebungen, um die geologische Geschichte nachzuvollziehen.


Die mit Pfeilen markierten Landformen entsprechen alten magmatischen Intrusivgesteinen, potenziellen Zeugen eines aktiven Vulkanismus in den nördlichen Anden vor 10 bis 20 Millionen Jahren.
Bildnachweis: Beijing Zhongke Journal Publishing Co. Ltd.

Dieser Ansatz könnte auch in anderen Gebirgsregionen Anwendung finden. Er weist den Weg für vergleichbare Arbeiten, die darauf abzielen, tektonische Prozesse im globalen Maßstab zu verstehen.

Die Analyse des magnetischen GefĂĽges


Diese geophysikalische Technik beruht auf der Untersuchung der Ausrichtung magnetischer Minerale in Gesteinen. Wenn sich Vulkanite bilden, richten sich ihre Minerale entsprechend den damaligen Bedingungen aus, beispielsweise der Fließrichtung des Magmas. Durch die Untersuchung dieser Ausrichtung können Forscher feststellen, ob das Gestein nach seiner Verfestigung durch tektonische Kräfte verformt wurde.

Das magnetische Gefüge wirkt wie ein Fingerabdruck geologischer Ereignisse. Eine einheitliche und konsistente Ausrichtung spiegelt in der Regel den ursprünglichen vulkanischen Prozess wider. Umgekehrt deuten Verzerrungen oder Neuausrichtungen auf eine spätere Veränderung hin, die oft auf Plattenbewegungen oder Kontinentalkollisionen zurückzuführen ist.

Diese Methode ist besonders effektiv in vulkanischen Gebieten, wo Gesteine schnell abkühlen und so präzise Momentaufnahmen bewahren. Sie hilft dabei, Deformationsphasen zu datieren und die Abfolge tektonischer Ereignisse besser zu verstehen, und bietet somit ein ergänzendes Werkzeug zu anderen geologischen Techniken.

In der Praxis erfordert die Analyse sorgfältig gesammelte Proben, die im Labor gemessen werden. Die gewonnenen Daten tragen dazu bei, vergangene Geschichten wie die der Andenbildung zu rekonstruieren, indem sie Hinweise auf den zeitlichen Ablauf und die Intensität der beteiligten Kräfte liefern.