Unser Körperfett, oft an den Pranger gestellt, erweist sich in Wirklichkeit als unerlässlich für unser physiologisches Gleichgewicht. Sein Versagen, ob durch Überschuss oder Mangel, kann vergleichbare Stoffwechselstörungen auslösen, wie Diabetes oder Herzkrankheiten. Diese Beobachtung widerspricht dem negativen Bild, das normalerweise mit Fettgewebe verbunden ist.
Im Gegensatz zu verbreiteten Vorstellungen ist Fett nicht nur ein passiver Speicher. Es wirkt als vollwertiges Organ, das aktiv zur Energieregulierung und zu zahlreichen grundlegenden Körperprozessen beiträgt. Seine Wirkung geht über die Speicherung hinaus und beeinflusst direkt unseren allgemeinen Gesundheitszustand.
Wissenschaftler haben einen überraschenden Zusammenhang zwischen der Funktionsstörung des Fettgewebes und Stoffwechselkrankheiten entdeckt, der zeigt, dass zu viel Fett oder zu wenig den Körper auf ähnliche Weise stören können. Illustration Unsplash
Um dieses Phänomen zu vertiefen, haben sich Wissenschaftler für seltene genetische Erkrankungen interessiert, wie die familiäre partielle Lipodystrophie Typ 2. In diesen Situationen verteilt sich das Fett abnormal und verursacht Störungen. Diese Methode erlaubt die Untersuchung der zugrunde liegenden Mechanismen ohne die Verwirrung durch externe Faktoren.
Die Untersuchung von Mausmodellen und Patientenproben ermöglichte es den Forschern, wesentliche Veränderungen im Zusammenhang mit diesen Krankheiten aufzuzeigen. Diese Veränderungen beeinträchtigen die Fähigkeit der Fettzellen, Lipide richtig zu speichern und zu nutzen, während sie eine Entzündungsreaktion auslösen.
Die Mitochondrien, die für die Energieproduktion der Zellen verantwortlich sind, erleiden ebenfalls einen Effizienzverlust. Diese Kombination von Störungen erzeugt ein Milieu, in dem das Fettgewebe sich verschlechtert und schließlich atrophieren kann. Die Forscher weisen darauf hin, dass diese Faktorenkombination zu einer fortschreitenden Degeneration des Gewebes führt, was seine Fähigkeit beeinträchtigt, seine üblichen Funktionen zu erfüllen.
Wenn das Fettgewebe seine Integrität verliert, hat der Organismus Schwierigkeiten, Lipide zu verarbeiten und wichtige Stoffwechselhormone auszuschütten. Dies kann zum Auftreten von Krankheiten wie Typ-2-Diabetes oder Fettleber führen. Es scheint daher, dass funktionelles Fettgewebe erforderlich ist, um diese Komplikationen zu vermeiden, unabhängig von der Menge des vorhandenen Fetts.