🔭 Zwerggalaxien sind dazu verdammt... sich zu Ă€hneln

Veröffentlicht von Adrien,
Quelle: arXiv - Originalartikel
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SphĂ€roidale Zwerggalaxien sind diese kleinen Galaxien, die um Riesen wie die Milchstraße kreisen. Obwohl sie sehr unterschiedliche Gesichter zeigen, enthĂŒllt eine aktuelle Studie, dass sie dasselbe kosmische Schicksal teilen. Wie von einem unsichtbaren Magneten geleitet, scheinen sie alle auf eine stabile und vorhersagbare Form zuzusteuern.

Dies löst ein altes RÀtsel. Modelle der dunklen Materie sagen voraus, dass ihre Dichte im Zentrum dieser Galaxien stark ansteigen und einen Gipfel bilden sollte. Beobachtungen zeigen jedoch oft eine flachere Verteilung, wie einen Kern. Dieser Unterschied zwischen Vorhersage und Beobachtung beschÀftigt Astronomen seit Jahren.


Hubble-Teleskopaufnahme der kompakten Zwerggalaxie Markarian 178. Sie befindet sich 13 Millionen Lichtjahre entfernt im Sternbild Großer BĂ€r.
Bildnachweis: ESA/Hubble & NASA, F. Annibali, S. Hong

Jorge Peñarrubia und Ethan Nadler von der UniversitĂ€t Edinburgh und der University of California in San Diego schlagen eine ErklĂ€rung vor. Ihrer Ansicht nach entwickeln sich diese Galaxien immer in denselben Gleichgewichtszustand. UnabhĂ€ngig von ihren Ausgangsbedingungen nehmen sie schließlich eine Ă€hnliche Konfiguration an.

Wie erreicht eine Galaxie diesen Zustand? Die Sterne im Inneren werden stĂ€ndig von kleinen Kraftfluktuationen durchgeschĂŒttelt, wie in einem Flipperautomaten. Diese ErschĂŒtterungen stammen von Subhalos der dunklen Materie, unsichtbaren Klumpen, die den Sternen Energie zufĂŒhren und ihre Umlaufbahnen aufweiten.

Dieser Prozess wird beschleunigt, wenn die kleine Galaxie in die NĂ€he einer großen wie der Milchstraße kommt. GezeitenkrĂ€fte ziehen an ihren Ă€ußeren Schichten, wodurch ihre stellare HĂŒlle noch weiter vergrĂ¶ĂŸert wird. Selbst isoliert erreicht eine Zwerggalaxie schließlich eine vorhersagbare Form.

Die Forscher testeten ihr Modell mit Computersimulationen. Sie verfolgten Milliarden von Partikeln von Sternen und Subhalos der dunklen Materie ĂŒber Milliarden von Jahren. Ergebnis: Eine Zwerggalaxie muss mehr als 99 % ihrer dunklen Materie verlieren, bevor sie nennenswert Sterne verliert, was sie zu einem sehr robusten System macht. Die realen Daten der Galaxien um die Milchstraße herum stimmen mit diesen Vorhersagen ĂŒberein.

Diese Entdeckung verĂ€ndert unsere Sichtweise. Die Vielfalt der sphĂ€roidalen Zwerggalaxien ist nicht auf unterschiedliche UrsprĂŒnge zurĂŒckzufĂŒhren, sondern auf einen Blick zu unterschiedlichen Zeitpunkten ihrer Entwicklung zu einem gemeinsamen Gleichgewichtspunkt.

Die dunkle Materie


Dunkle Materie ist eine unsichtbare Substanz, die etwa 85 % der Materie des Universums ausmacht.

Man kann sie nicht direkt sehen, da sie weder Licht aussendet noch absorbiert. Ihre Existenz wird aus ihren gravitativen Wirkungen auf Sterne und Galaxien abgeleitet. Zum Beispiel rotieren Galaxien so schnell, dass sie sich ohne die Anwesenheit dieser unsichtbaren Masse auflösen mĂŒssten.

Dunkle Materie bildet Halos um Galaxien, und in sphĂ€roidalen Zwerggalaxien dominiert sie die Masse vollstĂ€ndig. Ihre Natur zu verstehen, ist eine der großen Herausforderungen der modernen Kosmologie.