Das intermittierende Fasten wird mit einer Verlängerung der Lebensdauer in Verbindung gebracht. Eine aktuelle Studie der UT Southwestern stellt diese Annahme jedoch infrage: Die Vorteile sollen tatsächlich von der Phase der Wiederauffütterung kommen, nicht vom Entzug.
Die Fadenwürmer C. elegans sind wertvolle Modelle in Laboren: Sie altern schnell und teilen viele Gene mit dem Menschen. Nachdem sie einem 24-stündigen Fasten ausgesetzt wurden, stellten Wissenschaftler eine Steigerung ihrer Lebensdauer um 41 % fest. Das überraschendste Ergebnis betraf jedoch ein Protein namens NHR-49, das während des Fastens die Fettverbrennung steuert. Entgegen den Erwartungen verringerte das Fehlen dieses Proteins den Nutzen für die Langlebigkeit nicht. Dies lenkte die Forschung auf das, was nach dem Fasten geschieht.
Normalerweise aktiviert sich NHR-49, wenn die Nahrung knapp wird, und weist die Zellen an, auf ihre Fettreserven zurückzugreifen. Sobald die Mahlzeit wieder da ist, muss diese Aktivität aufhören. Die Forscher schufen genetisch veränderte Würmer, bei denen NHR-49 auch nach dem Fressen aktiv blieb. Das Ergebnis war eindeutig: Der positive Effekt des Fastens auf die Langlebigkeit verschwand vollständig. Das Stoppen des Lipidabbaus ist also ein entscheidender Schritt, um davon zu profitieren.
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Fähigkeit, den Lipidabbau nach dem Fasten zu stoppen, wichtiger ist als das Fasten selbst. Diese Entdeckung könnte zu Eingriffen führen, die auf diesen Stoffwechselweg abzielen, beispielsweise durch Modulation der Aktivität des Enzyms KIN-19. So wäre es möglich, die Vorteile des Fastens zu erzielen, ohne strenge Diäten einhalten zu müssen, was einen großen Fortschritt für die menschliche Gesundheit darstellen würde.
Laut Dr. Peter Douglas, Co-Leiter der Studie, verbindet diese Arbeit den Fettstoffwechsel mit der Alterungsforschung. Indem man das Altern selbst bekämpft, das der Hauptrisikofaktor für viele Krankheiten ist, könnte man eine präventive Medizin entwickeln, die die Lebensqualität verbessert. Die nächsten Schritte werden darin bestehen, zu überprüfen, ob diese Mechanismen auch auf den Menschen zutreffen, und Wege zu erforschen, sie therapeutisch zu beeinflussen.