Ein Team aus Princeton hat ein dreidimensionales GerĂ€t entwickelt, das lebende Neuronen mit Elektronik verbindet. Dieses System kann programmiert werden, um elektrische Muster zu erkennen. Im Gegensatz zu frĂŒheren Versuchen, die flache 2D-Kulturen oder Zellhaufen nutzten, liegt die Innovation hier in der direkten Interaktion mit den Nervenzellen von innen heraus.
Um dies zu erreichen, verwendeten die Forscher Herstellungsmethoden, um ein 3D-Gitter aus mikroskopisch kleinen MetalldrĂ€hten und Elektroden zu schaffen, die von einer sehr dĂŒnnen Epoxidbeschichtung gehalten werden. Diese flexible Struktur ermöglicht es Zehntausenden von Neuronen, sich um sie herum zu entwickeln und ein dichtes dreidimensionales Netzwerk zu bilden, das Berechnungen durchfĂŒhren kann. Die Studie wurde in Nature Electronics veröffentlicht.
KĂŒnstlerische Darstellung eines GerĂ€ts, das biologische Neuronen und Elektronik in einem programmierbaren Netzwerk kombiniert. Quelle: Kate Zvorykina/Ella Maru Studio, Inc.
Dieses integrierte Format ermöglicht es, die elektrische AktivitĂ€t der Neuronen mit einer weitaus höheren PrĂ€zision als bei frĂŒheren Systemen aufzuzeichnen und zu stimulieren. Ăber mehr als sechs Monate beobachtete das Team die Entwicklung des Netzwerks, testete Methoden zur StĂ€rkung oder SchwĂ€chung der Verbindungen zwischen Neuronen und trainierte dann einen Algorithmus zur Identifizierung von Mustern in den elektrischen Impulsen. In zwei separaten Experimenten unterschied das System korrekt zwischen verschiedenen rĂ€umlichen und zeitlichen Mustern.
Einer der Hauptautoren, Tian-Ming Fu, erklĂ€rt, dass der wahre Engpass fĂŒr kĂŒnstliche Intelligenz in naher Zukunft die Energie sei. Unser Gehirn verbraucht fĂŒr Ă€hnliche Aufgaben etwa ein Millionstel der Leistung aktueller KI-Systeme. Dieses GerĂ€t könnte daher helfen, diese energetische Herausforderung zu bewĂ€ltigen und gleichzeitig einige FĂ€higkeiten des Gehirns nachzubilden.
Kumar Mritunjay, Erstautor der Studie, gibt an, dass diese biologischen 3D-Neuronennetzwerke nicht nur die Berechnungsmechanismen des Gehirns aufdecken, sondern auch helfen könnten, neurologische Erkrankungen zu verstehen und möglicherweise zu behandeln.
Der Chip enthÀlt etwa 70.000 biologische Neuronen in einem Netzwerk auf einem 3D-Gitter mit Dutzenden von mikroskopischen Elektroden, die die AktivitÀt der Gehirnzellen erkennen und manipulieren können. Quelle: Wright Señeres