đŸŒ± Pflanzen passen ihre Wurzeln an Klimastress an

Veröffentlicht von Adrien,
Quelle: UniversitÀt Genf
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Die Wurzeln von Pflanzen sind weit mehr als nur ein Organ zur Wasseraufnahme: Sie können ihre Struktur anpassen, um besser mit Wasserstress umzugehen.

Wissenschaftler haben 284 natĂŒrliche VarietĂ€ten der Acker-Schmalwand (Arabidopsis thaliana) untersucht und herausgefunden, dass die Menge und Verteilung von Suberin – einer schĂŒtzenden Barriere in den Wurzeln – je nach geografischer Herkunft und Klima variieren.


FĂ€rbung der Suberin-Ablagerungen in den Wurzeln fĂŒnf Tage alter Acker-SchmalwĂ€nde, beobachtet unter Fluoreszenzmikroskopie. Die SignalintensitĂ€t wird durch einen Farbverlauf von Blau (schwach) bis Rot (stark) dargestellt.
© JP. Han @UNIGE

Die Wissenschaftler haben zudem ein neues, die Suberinproduktion regulierendes Gen identifiziert, das mit dem Wasserstresshormon verbunden ist. Diese in der Fachzeitschrift Nature Plants veröffentlichte Studie bietet Perspektiven, um die Anpassung von Pflanzen an ihre Umwelt zu verstehen und Nutzpflanzen widerstandsfÀhiger gegen Trockenheit zu machen.

Die Wurzeln bilden die Hauptschnittstelle zwischen Pflanzen und Boden. Um die Aufnahme von Wasser und NĂ€hrstoffen zu regulieren, lagern Pflanzen in der Endodermis – der Zellschicht, die die LeitgefĂ€ĂŸe umgibt – eine hydrophobe Barriere aus Suberin (dem Hauptbestandteil von Kork) ab. Diese Barriere spielt eine zentrale Rolle bei der Anpassung an Umweltbelastungen wie Trockenheit, SalinitĂ€t oder NĂ€hrstoffmangel.

Bislang basierten die Kenntnisse ĂŒber die Regulation der Suberinsynthese hauptsĂ€chlich auf einer Referenzlinie der Acker-Schmalwand, der Modellpflanze der Pflanzengenetik, die im LaborgewĂ€chshaus kultiviert wurde. Die Wissenschaftler wussten weitgehend nicht, wie ihre Bildung unter natĂŒrlichen Bedingungen gesteuert wird.

Das Team hat ein bislang unbekanntes Gen identifiziert, das eine zentrale Rolle bei der Bildung dieser Barriere spielt.

Erforschung der natĂŒrlichen Vielfalt


Das Team unter der Leitung von Marie Barberon, assoziierte Professorin am Department fĂŒr Pflanzenwissenschaften der Sektion Biologie der FakultĂ€t fĂŒr Naturwissenschaften, untersuchte natĂŒrliche Variationen, indem es die Merkmale und Genome von 284 Acker-Schmalwand-Linien aus verschiedenen Regionen der Welt analysierte. Mithilfe eines Fluoreszenzfarbstoffs quantifizierte das Genfer Team das Suberin-Bildungsprofil entlang der Wurzel bei jeder Linie. Es beobachtete eine auffĂ€llige Vielfalt in den Niveaus und Profilen der Suberinablagerung.

Durch die Korrelation dieser Merkmale mit den klimatischen Bedingungen der Herkunftsregionen der Acker-SchmalwÀnde stellte das Team fest, dass die Suberinablagerungen in Regionen mit hoher NiederschlagsvariabilitÀt, trockeneren Bedingungen und hohen Temperaturen ausgeprÀgter sind.

"Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass die VerstĂ€rkung der Barriere eine natĂŒrliche Anpassung an Wasserstress darstellt, die eine bessere Kontrolle des Wasseraustauschs mit dem Boden ermöglicht", erklĂ€rt Jian-Pu Han, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Labor von Prof. Barberon und Erstautor der Studie.

Identifizierung eines neuen genetischen Regulators


Durch eine genomweite genetische Analyse identifizierte das Team ein bislang unbekanntes Gen, das eine zentrale Rolle bei der Bildung dieser Barriere spielt.

"Dieses Gen fungiert als SchlĂŒsselregulator fĂŒr Suberin: Wenn es aktiver ist, wird die Barriere verstĂ€rkt; wenn es gestört ist, wird sie weniger effizient ausgebildet", fĂ€hrt Jian-Pu Han fort. Die Biologen entdeckten außerdem, dass dieser Kontrollmechanismus mit AbscisinsĂ€ure (ABA) verbunden ist, einem zentralen Pflanzenhormon bei der Reaktion auf Umweltstress, insbesondere Wasserstress.

"Unsere Ergebnisse zeigen, dass die Modulation der hormonellen Reaktionen, die die Suberinablagerung beeinflussen, ein zentrales Element der Anpassungsstrategie von Pflanzen an das Klima ist", schließt Marie Barberon. Durch die Identifizierung eines neuen genetischen Hebels zur Anpassung der Wurzeleigenschaften ebnet diese Studie den Weg fĂŒr die Entwicklung von Nutzpflanzen, die widerstandsfĂ€higer gegen Klimastress sind.