💊 Studie deckt Zusammenhang zwischen Antibiotikaeinnahme und psychischer Störung auf

Veröffentlicht von Cédric,
Autor des Artikels: Cédric DEPOND
Quelle: Molecular Psychiatry
Andere Sprachen: FR, EN, ES, PT
Antibiotika, ein Grundpfeiler der modernen Medizin, zeigen Einflüsse, die über die Bekämpfung von Infektionen hinausgehen. Eine aktuelle Studie deckt einen Zusammenhang zwischen ihrer Verwendung und unserer psychischen Gesundheit auf.

Die Wissenschaftler haben sich mit den Veränderungen der Darmmikrobiota und ihren Auswirkungen auf das Nervensystem beschäftigt. Ihre an Nagetieren und menschlichen Freiwilligen durchgeführten Arbeiten bestätigen, dass die bakterielle Störung im Darm dem Auftreten von Angstsymptomen vorauszugehen scheint.


Illustrationsbild Pexels


Ein bei Maus und Mensch beobachteter Zusammenhang


Die Tierexperimente dienten als Ausgangspunkt. Ein Cocktail aus Antibiotika wurde zunächst erwachsenen Mäusen verabreicht. Schnell zeigte die Analyse ihres Mikrobioms ein deutliches Ungleichgewicht mit einer bemerkenswerten Abnahme bestimmter Bakteriengruppen. Parallel dazu maßen die Forscher einen signifikanten Abfall der Acetylcholin-Werte, eines wichtigen Neurotransmitters, sowohl im Darm als auch in einer Schlüsselregion des Gehirns, dem Hippocampus. Aber die Forscher stellten auch schnell fest, dass die Mäuse Verhaltensweisen zeigten, die auf Angst hindeuten.

Der zweite Teil der Studie bestätigte diese Beobachtungen beim Menschen. 55 Patienten unter Antibiotika wurden mit Personen verglichen, die keine einnahmen. Die erste Gruppe berichtete über ausgeprägtere Angstsymptome. Ihre biologischen Proben zeigten ähnliche Veränderungen wie bei den Nagetieren: eine Verarmung des Mikrobioms und ein Rückgang der Acetylcholin-Werte im Blut und im Stuhl. Diese beiden Parameter waren statistisch mit der Intensität der Angst korreliert.

Dieser Doppelansatz stellt eine starke Korrelation zwischen der Exposition gegenüber Antibiotika, der Störung des Darmökosystems und dem Auftreten von Angststörungen her. Der vermutete Mechanismus betrifft direkt den Bruch eines feinen biologischen Gleichgewichts. Die gleichzeitige Reduktion von Bakterien der Gattung Bacteroides und von Acetylcholin scheint eine zentrale Rolle in diesem Phänomen zu spielen.

Auf dem Weg zu einem potenziellen therapeutischen Ansatz


Angesichts dieser Feststellung testeten die Forscher eine Strategie, um diesen Effekten entgegenzuwirken. Sie verabreichten Methacholin, ein stabiles Derivat von Acetylcholin, an Mäuse, die zuvor mit Antibiotika behandelt worden waren. Dieser Eingriff ermöglichte es, ihr angstähnliches Verhalten deutlich abzuschwächen. Er reduzierte auch die übermäßige Aktivierung von Immunzellen im Gehirn, der Mikroglia, die im Hippocampus beobachtet wurde.

Diese Ergebnisse zeigen, dass der Abfall von Acetylcholin ein funktionelles Bindeglied in der kausalen Kette ist, die Antibiotika und Angst verbindet. Die Möglichkeit, den Mangel an diesem Neurotransmitter zu korrigieren, eröffnet eine konkrete Perspektive. Dies deutet darauf hin, dass die mentalen Folgen einer Antibiotikabehandlung nicht unbedingt irreversibel sind und moduliert werden könnten.

Die Studie unterstreicht somit die Notwendigkeit einer rationalen Verschreibung dieser Medikamente, die bereits im Kampf gegen Antibiotikaresistenzen gefordert wird. Sie lädt dazu ein, das Mikrobiom als ein vollwertiges Organ zu betrachten, dessen Gesundheit die des Gehirns beeinflusst. Diese Arbeiten könnten langfristig komplementäre Ansätze inspirieren, die darauf abzielen, das Darmgleichgewicht während und nach einer Antibiotikabehandlung zu schützen oder wiederherzustellen.