🎮 Videospiele und Psychose: Ein auffälliger Zusammenhang

Veröffentlicht von Adrien,
Quelle: Université Laval
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Forscher der Université Laval haben den Zusammenhang zwischen Videospielsucht und einer ersten psychotischen Episode untersucht. Ihre Ergebnisse zeigen eine Verbindung, die die Genesung erschweren kann.

Die Studie entstand aus einem in der Klinik beobachteten Fall. Ein Patient hatte dank der Behandlung keine Halluzinationen mehr, blieb aber demotiviert und isoliert. Bei der Untersuchung seines Alltags entdeckten die Ärzte ein sehr intensives Videospielverhalten. Diese Gewohnheit schien seine Rückkehr in die Schule und die Wiederaufnahme normaler Aktivitäten zu behindern.


Videospiele können je nach Nutzung sowohl eine Stütze als auch ein Hindernis sein.
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Um dieses Phänomen besser zu verstehen, begleiteten die Forscher 284 junge Erwachsene im Alter von 18 bis 35 Jahren, die alle nach einer ersten psychotischen Episode behandelt wurden. Ihr Zustand wurde über mehrere Monate regelmäßig bewertet, um die Entwicklung ihrer Symptome und Gewohnheiten zu beobachten.

Die Ergebnisse zeigen, dass die Videospielsucht in dieser Gruppe häufiger ist als in der Allgemeinbevölkerung. Etwa 7 % der Patienten sind betroffen, verglichen mit normalerweise 3 %. Männer scheinen von diesem Problem ebenfalls stärker betroffen zu sein.

Aber die Bedeutung der Studie beschränkt sich nicht auf diese Zahl. Die Forscher beobachteten, dass diese Sucht mit sogenannten "negativen" Symptomen verbunden ist. Dabei handelt es sich zum Beispiel um mangelnde Motivation, sozialen Rückzug oder Schwierigkeiten, sich auf Aktivitäten wie Studium oder Arbeit einzulassen.

Konkret bedeutet das: Je invasiver der Videospielkonsum wird, desto mehr kann er die Wiederaufnahme eines stabilen Alltagslebens behindern. Einige Menschen haben größere Schwierigkeiten, in die Schule zurückzukehren oder ein Berufsprojekt in Angriff zu nehmen. Und diese Situation kann sich mit der Zeit verschlimmern, wenn nichts unternommen wird.

Dennoch sind Videospiele nicht ausschließlich problematisch. Die gesammelten Erfahrungsberichte zeigen, dass sie auch helfen können, Ängste zu bewältigen oder soziale Kontakte aufrechtzuerhalten, insbesondere online. Sie können also eine positive Rolle spielen, wenn sie in einem ausgewogenen Maß genutzt werden. Die Herausforderung besteht daher darin, einen nützlichen von einem übermäßigen Gebrauch zu unterscheiden. Die Forscher betonen die Notwendigkeit, die Patienten zu begleiten, um ihnen zu helfen, gesündere Spielgewohnheiten zu entwickeln, ohne diese Aktivität zwingend völlig zu unterbinden.

Diese Arbeit ebnet auch den Weg für eine bessere Erkennung. Das Team arbeitet derzeit daran, Instrumente anzupassen, um die Videospielsucht bei Menschen mit psychotischen Störungen leichter zu identifizieren. Langfristig könnte dies besser gezielte Behandlungsansätze ermöglichen. Programme existieren bereits, wie das Handbuch Virtu-A, das zur Behandlung problematischer Internetnutzung konzipiert wurde. Das Ziel ist nun, sie an die spezifischen Bedürfnisse dieser Patienten anzupassen.

Indem sie diesen noch wenig erforschten Zusammenhang beleuchtet, erinnert diese Studie daran, dass eine psychische Störung selten allein kommt. Ein besseres Verständnis dieser Wechselwirkungen könnte die Begleitung verbessern und eine nachhaltigere Genesung fördern.