🍽️ Warum hat man mehr Hunger, wenn es kalt ist?

Veröffentlicht von Adrien,
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Kalte Tage vermitteln oft das Gefühl, hungriger zu sein. Eine Suppe scheint verlockender als ein Salat, und Portionen scheinen weniger sättigend zu sein. Dieses Gefühl ist nicht nur ein Eindruck. Es beruht auf gut identifizierten physiologischen Mechanismen.

Der menschliche Körper hält seine Innentemperatur bei etwa 37 °C. Wenn die Außentemperatur sinkt, muss der Organismus mehr Wärme produzieren, um dieses Gleichgewicht zu erhalten. Dieser Prozess, genannt Thermogenese, erhöht den Energieverbrauch. Wärme zu erzeugen erfordert Treibstoff. Das Gehirn kann dann den Appetit anregen, um diesen zusätzlichen Verbrauch auszugleichen.


Braunes Fettgewebe spielt eine wichtige Rolle bei dieser Anpassung. Im Gegensatz zum weißen Fettgewebe, das Energie speichert, gibt das braune sie in Form von Wärme ab. Seine Aktivierung nimmt in kalter Umgebung zu. Diese energetische Mobilisierung trägt dazu bei, den Kalorienbedarf zu erhöhen, auch wenn die Wirkung beim Erwachsenen moderat bleibt.

Die Kälte beeinflusst auch die Hormone, die an der Regulierung des Appetits beteiligt sind. Leptin, das Sättigungshormon, und Ghrelin, das Hunger stimulierende Hormon, können ihr Gleichgewicht je nach Umweltbedingungen leicht verändern.

Der Energieverbrauch ist jedoch nicht die einzige Erklärung. Das Ernährungsverhalten variiert je nach Jahreszeit. Im Winter nimmt die Exposition gegenüber natürlichem Licht ab. Diese Variation kann die Stimmung und das Verlangen nach Nahrung beeinflussen. Speisen, die reich an Kohlenhydraten oder Fetten sind, vermitteln ein Gefühl von thermischem und psychologischem Komfort. Dieses Streben nach Trost trägt zum Eindruck bei, mehr Hunger zu haben.

Mehr Hunger zu haben, wenn es kalt ist, resultiert also aus einer Kombination von biologischen und verhaltensbezogenen Mechanismen. Die Erhöhung des Energieverbrauchs im Zusammenhang mit der Thermoregulation spielt eine echte Rolle, und hormonelle, psychologische und umweltbedingte Faktoren kommen hinzu. Alle Hebel werden also in die gleiche Richtung geschoben, die uns dazu anregt, mehr, reichhaltiger und wärmer zu essen.