🍽️ Warum wirken ketogene Diäten bei Epilepsie?

Veröffentlicht von Adrien,
Quelle: The Lancet Neurology
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Ketogene Diäten, die arm an Kohlenhydraten sind, zeigen eine seltsame Fähigkeit, das Auftreten epileptischer Anfälle bei manchen Menschen zu reduzieren. Ein Zusammenhang, den die Wissenschaft seit mehreren Jahrzehnten untersucht.

Um dies zu erklären, muss man bedenken, dass diese Diäten den Hirnstoffwechsel tiefgreifend verändern. Wenn Kohlenhydrate knapp sind, produziert der Körper aus Fetten Ketone, die dem Gehirn einen alternativen Treibstoff liefern. Dieser Wechsel der Energiequelle bringt eine Beständigkeit mit sich, die die Überaktivität der Neuronen beruhigen und die chaotischen Entladungen, die Anfällen zugrunde liegen, begrenzen könnte.


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Die jüngsten, in The Lancet Neurology zusammengefassten Arbeiten deuten darauf hin, dass die Wirkungen über die bloße Energieversorgung hinausgehen. Diese Diäten könnten auch Entzündungen im Gehirn reduzieren und Neuronen schützen, wodurch ein inneres Milieu geschaffen wird, das weniger zu Störungen neigt.

Die beschriebenen Mechanismen beschränken sich nicht auf Epilepsie. Vorläufige Untersuchungen zeigen, dass metabolische Ansätze wie ketogene Diäten auch bei anderen neurologischen Störungen nützlich sein könnten. Dies ebnet den Weg für neue therapeutische Anwendungen, obwohl weitere Validierungen erforderlich sind.

Um voranzukommen, ist es wesentlich, umfangreichere randomisierte klinische Studien durchzuführen, insbesondere bei Erwachsenen, und Behandlungen zu entwickeln, die die Vorteile ketogener Diäten nachahmen, ohne strikte diätetische Einschränkungen auferzulegen. Dies würde die verfügbaren Optionen erweitern und die Lebensqualität der Patienten verbessern.

Wie Ketone als Hirntreibstoff wirken


Ketone sind Moleküle, die von der Leber produziert werden, wenn die Kohlenhydratzufuhr gering ist. Sie dienen als alternative Energiequelle zur Glukose, insbesondere für das Gehirn. Dieser metabolische Wechsel ermöglicht eine stabilere Energieversorgung, was die Schwankungen verhindern kann, die epileptische Anfälle auslösen.

Die Nutzung von Ketonen durch das Gehirn beinhaltet spezifische Transporter, die sie zu den Neuronen befördern. Einmal im Inneren, werden sie metabolisiert, um ATP zu produzieren, das zelluläre Energiemolekül. Dieser Prozess ist oft effizienter als der mit Glukose, reduziert oxidativen Stress und verbessert die neuronale Funktion.

Im Gegensatz zu Glukose, deren Spiegel schnell schwanken kann, bieten Ketone eine konstante Versorgung. Diese Regelmäßigkeit hilft, das elektrische Gleichgewicht der Neuronen aufrechtzuerhalten und minimiert so das Risiko einer Überaktivität. Darüber hinaus können Ketone die Zellsignalgebung beeinflussen und zu einer ruhigeren und widerstandsfähigeren Hirnumgebung beitragen.

Diese metabolische Anpassung steht im Zentrum der Wirkungen ketogener Diäten.