đ Welcher Zusammenhang besteht zwischen sĂ€urehemmenden Medikamenten und Magenkrebs?
Veröffentlicht von Adrien, Quelle:BMJ Andere Sprachen: FR, EN, ES, PT
HĂ€ufig verschriebene Medikamente gegen MagenĂŒbersĂ€uerung, wie Protonenpumpenhemmer, stehen immer wieder im Mittelpunkt von Diskussionen ĂŒber ihre Langzeitsicherheit. FrĂŒhere Untersuchungen lieĂen tatsĂ€chlich Zweifel an einem möglicherweise erhöhten Magenkrebsrisiko aufkommen, was bei Patienten und Klinikern Unsicherheit schĂŒrte.
Eine umfangreiche, in fĂŒnf nordischen LĂ€ndern durchgefĂŒhrte Studie bringt nun Klarheit. Durch die Auswertung medizinischer Daten aus einem Zeitraum von mehr als einem Vierteljahrhundert konnten die Wissenschaftler diese Hypothese mit auĂergewöhnlicher Genauigkeit untersuchen.
Illustrationsbild Pixabay
Zu diesem Zweck verglich das Team mithilfe nationaler Gesundheitsregister mehrere Tausend FĂ€lle von Magenkrebs mit einer groĂen Kontrollgruppe. Besonderes Augenmerk wurde darauf gelegt, Faktoren auszuschlieĂen, die die Ergebnisse verfĂ€lschen könnten, wie etwa frĂŒhe Krankheitssymptome oder die Einnahme von Medikamenten im Jahr vor der Diagnose. Diese Methode ermöglichte es, externe EinflĂŒsse zu begrenzen.
Nach BerĂŒcksichtigung verschiedener Faktoren wie einer Helicobacter-pylori-Infektion oder des Lebensstils entdeckten die Forscher keinen Zusammenhang zwischen der Langzeitanwendung von Protonenpumpenhemmern und dem Auftreten von Krebs. Diese Feststellung gilt auch fĂŒr andere sĂ€urehemmende Behandlungen. Diese Daten, die in The BMJ veröffentlicht wurden, erstrecken sich von 1994 bis 2020.
Diese Forschung, obwohl beobachtender Natur und nicht in der Lage, einen direkten Kausalzusammenhang herzustellen, profitiert von einer soliden Methodik, die die Fehler frĂŒherer Studien begrenzt. Ihre Autoren sind der Ansicht, dass diese Ergebnisse geeignet sind, Personen zu beruhigen, die eine Langzeitbehandlung benötigen. Sie weisen darauf hin, dass die Untersuchung viele identifizierte Risikofaktoren einbezogen hat.
FĂŒr Fachleute im Gesundheitswesen bietet diese Arbeit eine verlĂ€ssliche Grundlage fĂŒr die Ausrichtung von Verschreibungen. Sie trĂ€gt dazu bei, BefĂŒrchtungen abzubauen und die Versorgung bei hĂ€ufigen Verdauungsstörungen zu optimieren. Der Umfang der Analyse mit Teilnehmern aus verschiedenen LĂ€ndern unterstreicht die Robustheit der Beobachtungen.
Die Rolle der MagensĂ€ure fĂŒr die Gesundheit
Die MagensĂ€ure ist fĂŒr die Verdauung unerlĂ€sslich, da sie am Abbau der Nahrung und an der Abwehr bestimmter Bakterien beteiligt ist. Sie wird von spezialisierten Zellen im Magen produziert und hĂ€lt ein Umfeld aufrecht, das die Aufnahme von NĂ€hrstoffen begĂŒnstigt. Ohne sie wĂ€re der Verdauungsprozess weniger effizient.
Wenn diese SĂ€ure durch Medikamente wie Protonenpumpenhemmer reduziert wird, können dadurch Symptome wie Sodbrennen oder GeschwĂŒre gelindert werden. Diese Verringerung hatte jedoch Fragen aufgeworfen, insbesondere die BefĂŒrchtung, dass sie die Vermehrung schĂ€dlicher Bakterien begĂŒnstigen könnte, die möglicherweise mit einem Tumorrisiko in Verbindung stehen.
FrĂŒhere Untersuchungen hatten diesen Ansatz verfolgt, jedoch manchmal mit weniger strengen Methoden. Die aktuelle Arbeit zeigt, dass bei angemessener Anpassung der Parameter kein nennenswerter Zusammenhang erkennbar ist. Dies deutet darauf hin, dass eine medizinisch gerechtfertigte Reduzierung der SĂ€ure nicht mit einem zusĂ€tzlichen Magenkrebsrisiko einhergeht.