Die winterliche Abnahme des arktischen Meereises setzt wieder ein, und das hat Folgen.
Eine am 20. Juli in PNAS veröffentlichte Studie zeigt, dass die scheinbare Verlangsamung, die Anfang der 2020er Jahre beobachtet wurde, letztlich einer vorübergehenden Pause entsprach. Die in den Jahren 2025 und 2026 verzeichneten Werte zeigen erneut einen signifikanten Abwärtstrend.

Maximale Ausdehnung des arktischen Meereises im Jahr 2025.
Bild: NASA
Die Forscher haben die neuesten Satellitenbeobachtungen zu den während des winterlichen Maximums gemessenen Reihen hinzugefügt. Diese Aktualisierung ändert die Interpretation der letzten Jahre. Über 40 Jahre hinweg ist der Trend des arktischen Meereises deutlich rückläufig, wenn die letzten beiden Winter einbezogen werden: Man könnte eine fallende Linie von den 1980er Jahren bis heute ziehen (siehe Grafik unten).
Zwischen 2024 und 2025 nahm die Meereisausdehnung während der winterlichen Maximalphase von Februar bis März um 5,8 % ab. Dies ist der stärkste Rückgang von einem Jahr zum anderen seit Beginn der Beobachtungen im Jahr 1978. Im Jahr 2026 nahm das Meereis leicht zu, bleibt aber auf dem zweitniedrigsten je verzeichneten Niveau.
Diese Entwicklung zeigt, wie wichtig es ist, kurzfristige Schwankungen vom langfristigen Trend zu unterscheiden. Natürliche Variationen der Meeresströmungen können den Rückgang des Eises vorübergehend verlangsamen. Sie reichen jedoch nicht aus, um die dauerhafte Wirkung der Erwärmung der Arktis umzukehren.

Die winterliche arktische Meereisbedeckung ist 2025 nach einer Phase der Abschwächung des Trends dramatisch zurückgegangen.
Das winterliche Meereis wirkt wie eine isolierende Decke zwischen dem relativ warmen Arktischen Ozean und der kalten Atmosphäre. Wenn diese Decke schrumpft, gelangen mehr Wärme und Feuchtigkeit vom Ozean in die Luft. Diese Veränderung kann Druckverhältnisse, Sturmbildung und atmosphärische Zirkulation verändern.
Die Autoren verglichen die Satellitenbeobachtungen mit ähnlichen Ereignissen, die von Klimamodellen simuliert wurden. Ein so schneller Rückgang bleibt ungewöhnlich, ist aber mit den derzeitigen Erwärmungsbedingungen vereinbar.
Das arktische Meereis folgt also nicht jedes Jahr einem regelmäßigen Verlauf. Ein günstigerer Winter ist kein Zeichen für eine nachhaltige Verbesserung. Die Messungen von 2025 und 2026 zeigen, dass der Rückgang anhält, mit möglichen Folgen weit über den Arktischen Ozean hinaus.