🦠 Dieser gefährliche Pilz versteckt sich in den Haarfollikeln

Der Pilz Candida auris, der in Krankenhäusern mitunter schwere Infektionen verursacht, besitzt ein besonders wirksames Versteck: die Haarfollikel.

Experimente zeigen, dass er dort lange überdauern kann, indem er eine Reaktion unseres eigenen Immunsystems ausnutzt. Dieses Verhalten hilft zu verstehen, warum er sich nur so schwer von der Haut entfernen lässt.

Die Haut bildet eigentlich eine wirksame Schutzbarriere. Wenn sich ein Mikroorganismus dort ansiedelt, lösen Immunzellen Reaktionen aus, die ihn beseitigen sollen. Bei Candida auris bleibt die erwartete Wirkung jedoch aus.

Bildnachweis: Fermi / Pixabay

Bildnachweis: Fermi / Pixabay

Um dieses Phänomen zu verstehen, verglichen die Wissenschaftler Candida auris mit Candida albicans, einer verwandten Hefe, die dem menschlichen Organismus weitaus vertrauter ist. Bei Mäusen verschwand C. albicans nach dem Auftragen auf die Haut rasch. C. auris blieb dagegen bis zu 30 Tage nachweisbar und fand sich häufig um die Haare herum und in ihren Follikeln.

Bei Laborexperimenten haftet der Pilz außerdem direkt an menschlichen Haaren. Diese Fähigkeit scheint ihm den Zugang zu den Follikeln zu erleichtern, den kleinen Hautvertiefungen, in denen die Haare wachsen.

Der Unterschied beruht insbesondere auf der ausgelösten Immunreaktion. Gegen C. albicans entwickelt der Organismus eine Reaktion, die die antimykotischen Abwehrmechanismen der Haut stärkt. C. auris führt dagegen vermehrt zur Produktion von Interferon gamma, einem Molekül, das Immunzellen zur Kommunikation und zur Organisation bestimmter Abwehrreaktionen nutzen.

In diesem Fall wird die Reaktion paradoxerweise für den Pilz günstig. Interferon gamma wirkt auf die Keratinozyten, die einen großen Teil der schützenden Hautschicht bilden. In besiedelten Follikeln werden mehrere Abwehrmechanismen gegen Pilze sowie Mechanismen zur Aufrechterhaltung dieser Barriere weniger aktiv.

Die Experimente bestätigen diesen Zusammenhang. Wenn die Hautzellen von Mäusen das Signal von Interferon gamma nicht mehr empfangen konnten, verringerte sich die vorhandene Menge an Candida auris. Eine erhöhte Produktion dieses Moleküls begünstigte dagegen seine Anwesenheit. Der Mikroorganismus widersteht dem Immunsystem also nicht nur: Die von ihm ausgelöste Reaktion trägt dazu bei, sein Versteck gastfreundlicher zu machen.

Diese Persistenz ist in Gesundheitseinrichtungen besonders relevant. Candida auris kann einen Menschen besiedeln, ohne unmittelbar eine Krankheit zu verursachen, und anschließend übertragen werden. Einige Stämme sind gegen mehrere Antimykotika resistent, was die Behandlung einer invasiven Infektion zusätzlich erschwert.

Nun gilt es herauszufinden, wie sich diese dauerhafte Ansiedlung verhindern lässt, ohne die normalen Abwehrmechanismen der Haut zu beeinträchtigen. Die beobachteten Mechanismen rund um Interferon gamma und die Follikel liefern präzise Ansatzpunkte für die Erforschung neuer Strategien gegen die Besiedlung, noch bevor eine tiefe Infektion entsteht.

DO
Docteur

Das Bild? Was ist das... Eine Maus und ihr Follikel?

MI
mimipartie

Pfui, ich hatte schon mal eine Mykose, die nach der Behandlung immer wieder zurückkam, das war echt mühsam. Zu wissen, dass einige Pilze in den Haarfollikeln versteckt bleiben können, lässt einen nachdenken.

KR
Krokus42

Und dann wundern wir uns, dass es in den Krankenhäusern zirkuliert... Wenn das Ding 30 Tage lang in der Haut bleiben kann, ohne ein Geräusch zu machen, dann viel Glück, wenn man es wirklich loswerden will.

RE
Reeeee

Doktor, ja, das sieht wohl wie ein Hautschnitt einer Maus um einen Haarfollikel aus. Man hätte fast eine Bildunterschrift gebraucht, nur um es zu erraten 😅