Diese Bakterien beseitigen ewige Schadstoffe 🌍

Bakterien könnten unsere VerbĂŒndeten im Kampf gegen per- und polyfluorierte Alkylverbindungen (PFAS) sein, diese sogenannten ewigen Schadstoffe. Ein Team der UniversitĂ€t Buffalo hat einen Bakterienstamm entdeckt, der in der Lage ist, diese chemischen Substanzen abzubauen, und eröffnet damit einen neuen Weg zu ihrer Beseitigung.

Diese Entdeckung, die in Science of the Total Environment veröffentlicht wurde, zeigt, dass das Bakterium Labrys portucalensis F11 mehr als 90 % der PerfluoroctansulfonsÀure (PFOS) in 100 Tagen metabolisieren kann. PFOS, eines der bestÀndigsten PFAS, wurde von der US-Umweltschutzbehörde als gefÀhrlich eingestuft.

Das Bakterium F11 hat auch einen signifikanten Teil von zwei weiteren PFAS-Typen abgebaut. Diese FĂ€higkeit, die besonders widerstandsfĂ€higen Kohlenstoff-Fluor-Bindungen zu spalten, ist ein großer Fortschritt. Die Forscher stellten fest, dass F11 sogar Fluor aus den resultierenden Metaboliten entfernen kann, wodurch deren ToxizitĂ€t verringert wird.

PFAS, die seit den 1950er Jahren in verschiedenen Produkten verwendet werden, sind bekanntlich schwer abbaubar. Einige Bakterien wie F11 haben sich jedoch entwickelt, um diese Substanzen als Kohlenstoffquelle zu nutzen, eine entscheidende Anpassung fĂŒr ihr Überleben in verschmutzten Umgebungen.

Die Studie ergab auch, dass F11, das von einem kontaminierten Industriestandort in Portugal isoliert wurde, PFAS auch in Abwesenheit anderer Kohlenstoffquellen abbauen kann. Diese Entdeckung eröffnet Möglichkeiten fĂŒr potenzielle Anwendungen in der Abwasserbehandlung und der Bodensanierung.

Die Forscher planen nun zu untersuchen, wie der Abbau von PFAS durch F11 beschleunigt werden kann, indem sie die Umweltbedingungen anpassen und konkurrierende Kohlenstoffquellen einfĂŒhren. Dies könnte die Zugabe des Bakteriums zu Belebtschlamm in KlĂ€ranlagen oder die direkte Injektion in kontaminierte Standorte umfassen.

Diana Aga (links) und ihr Doktorand Minduala Wijayahena analysieren ein Ionen-Chromatogramm, das den biologischen Abbau eines PFAS durch Bakterien zeigt.

Diana Aga (links) und ihr Doktorand Minduala Wijayahena analysieren ein Ionen-Chromatogramm, das den biologischen Abbau eines PFAS durch Bakterien zeigt.
Quelle: Meredith Forrest Kulwicki/UniversitÀt Buffalo

Diese Forschung stellt einen vielversprechenden Schritt im Umgang mit PFAS dar, obwohl weitere Arbeiten erforderlich sind, um die Effizienz von F11 zu optimieren und sein Abbaupotenzial vollstĂ€ndig zu verstehen. Der Einsatz von Bakterien zur Dekontamination könnte eine nachhaltige und umweltfreundliche Lösung fĂŒr ein anhaltendes Umweltproblem bieten.

Wie bauen Bakterien PFAS ab?

PFAS zeichnen sich durch extrem stabile Kohlenstoff-Fluor-Bindungen aus, was sie resistent gegen natĂŒrlichen Abbau macht. Einige Bakterien wie Labrys portucalensis F11 haben jedoch Mechanismen entwickelt, um diese Bindungen zu brechen. Sie nutzen die Kohlenstoffatome als Energiequelle, wĂ€hrend sie die Fluoratome abtrennen und entfernen.

Dieser Abbauprozess ist komplex und erfordert spezifische Bedingungen. Die Bakterien mĂŒssen hohen Konzentrationen von PFAS ausgesetzt sein, oft in Umgebungen, in denen sie keinen Zugang zu anderen Kohlenstoffquellen haben. Dies zwingt sie, ihren Stoffwechsel anzupassen, um diese chemischen Substanzen als Nahrung zu nutzen.

Der Abbau von PFAS durch Bakterien produziert auch Metaboliten, von denen einige noch Fluor enthalten können. In einigen FĂ€llen werden diese Metaboliten jedoch weiter abgebaut, wodurch ihre potenzielle ToxizitĂ€t verringert wird. Diese FĂ€higkeit, nicht nur PFAS, sondern auch ihre Nebenprodukte abzubauen, ist entscheidend fĂŒr eine effektive Dekontamination.

Die Forschung zum bakteriellen Abbau von PFAS ist noch im Gange, mit Studien, die darauf abzielen, diesen Prozess zu optimieren. Dazu gehört die Erforschung verschiedener BakterienstĂ€mme, Umweltbedingungen und Methoden zur Beschleunigung des Abbaus, was vielversprechende Perspektiven fĂŒr das Management persistenter Schadstoffe bietet.

Welche Herausforderungen gibt es beim Abbau von PFAS?

Der Abbau von PFAS birgt mehrere große Herausforderungen. ZunĂ€chst macht die StabilitĂ€t der Kohlenstoff-Fluor-Bindungen diese Substanzen extrem resistent gegen natĂŒrlichen Abbau. Das bedeutet, dass traditionelle Methoden zur Schadstoffbehandlung oft unwirksam gegen PFAS sind.

Eine weitere Herausforderung ist die Vielfalt der PFAS. Es gibt Tausende verschiedener Verbindungen in dieser Kategorie, jede mit ihren eigenen chemischen Eigenschaften. Dies erschwert die Suche nach universellen Abbau-Lösungen und erfordert spezifische AnsĂ€tze fĂŒr jeden PFAS-Typ.

Schließlich kann der Abbau von PFAS Metaboliten produzieren, die, obwohl weniger persistent, immer noch toxisch sein können. Daher ist es entscheidend, diese Nebenprodukte zu verstehen und zu kontrollieren, um eine vollstĂ€ndige und sichere Dekontamination zu gewĂ€hrleisten.

Trotz dieser Herausforderungen bieten Fortschritte im VerstĂ€ndnis des bakteriellen Abbaus von PFAS Hoffnung. Indem sie die natĂŒrlichen FĂ€higkeiten von Bakterien nutzen, hoffen Wissenschaftler, effektive und nachhaltige Methoden zur Beseitigung dieser Schadstoffe aus der Umwelt zu entwickeln.