🪸 Das Great Barrier Reef bekommt wieder Farbe – warum?

Das Great Barrier Reef zeigt neue Anzeichen einer Erholung, nachdem es zwei Jahre lang von hitzebedingten Korallenbleichen geprägt war.

Die jährliche Untersuchung des Australischen Instituts für Meereswissenschaften umfasst 121 Riffe, die mit einer Methode namens „Manta-Tow“ untersucht wurden. Dabei wird ein Beobachter langsam hinter einem Boot hergezogen und schätzt den Anteil des Meeresbodens, der von lebenden Hartkorallen bedeckt ist. Diese Bedeckung dient als einfacher Indikator, um die Entwicklung der Riffe über die Jahre zu verfolgen.

Bild Wikimedia

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Diesmal verzeichneten 56 % der untersuchten Riffe keine deutliche Veränderung ihrer Korallenbedeckung. Bei 28 % wurde sogar ein Anstieg festgestellt. Betrachtet man die drei großen Regionen des Great Barrier Reef, erscheint die Situation daher stabiler als ein Jahr zuvor, als die Verluste besonders stark gewesen waren.

Um diese Wende zu verstehen, muss man sich das Wetter des australischen Sommers 2025–2026 ansehen. Die Erwärmung des Meerwassers hielt an und verursachte im Norden eine regionale Korallenbleiche. Regen, Wolken und mehrere Wettersysteme begrenzten jedoch in einigen Gebieten die Ansammlung von Wärme. Die Korallen waren dort einem weniger starken Hitzestress ausgesetzt als bei den vorherigen Ereignissen.

Eine Korallenbleiche tritt auf, wenn das Wasser zu lange zu warm bleibt. Die Korallen stoßen dann die winzigen Algen aus, die in ihrem Gewebe leben und ihnen einen großen Teil ihrer Energie liefern. Sie werden blass oder weiß, sterben aber nicht zwangsläufig. Wenn die Bedingungen schnell genug wieder günstig werden, können sich einige erholen.

Die Situation unterscheidet sich weiterhin deutlich zwischen den einzelnen Gebieten. Die Bedeckung mit Hartkorallen nahm in den nördlichen und zentralen Regionen zu. Im Süden war die Veränderung gering und lag innerhalb der Unsicherheitsspanne der Messungen. Diese Ergebnisse bedeuten daher weder, dass sich jedes Riff erholt, noch dass alle Korallenarten gleich reagieren.

Diese Einschränkung ist besonders nach dem vorherigen Schock wichtig. Der Bericht für 2024–2025 hatte regionale Rückgänge von etwa 14 % bis 31 % gegenüber dem Vorjahr gemessen. Korallen der Gattung Acropora, die schnell wachsen und wesentlich zu den früheren Zunahmen der Korallenbedeckung beigetragen hatten, waren ebenfalls stark von der Hitze betroffen.

Weitere Belastungen wirken gleichzeitig fort. Wirbelstürme und der Eintrag von Süßwasser können einige Riffe beschädigen. Auch Dornenkronenseesterne ernähren sich von Korallen; im Norden wurde eine neue Welle des Befalls beobachtet. Diese Störungen können nacheinander auf dasselbe Gebiet einwirken und die für seine Erholung verfügbare Zeit verkürzen.

Die nächste Untersuchung muss insbesondere klären, ob die beobachteten Zuwächse den kommenden heißen Sommern standhalten. Das AIMS-Programm beobachtet das Great Barrier Reef seit 40 Jahren und ermöglicht dadurch, eine kurzfristige Verbesserung von einem langfristigen Trend zu unterscheiden. Da Korallenbleichen inzwischen in kürzeren Abständen auftreten, wird die Zeit zwischen zwei Störungen zu einer besonders wichtigen Größe.