Die Angst vor einem Asteroideneinschlag geistert manchmal durch unsere Vorstellung, besonders nach dem kataklysmischen Ereignis, das vor 65 Millionen Jahren die Dinosaurier auslöschte. Aber wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich ein solches Szenario zu unseren Lebzeiten wiederholt? Eine aktuelle Studie liefert aufschlussreiche Antworten, indem sie dieses Risiko mit anderen alltÀglichen Gefahren vergleicht.
Das Team von Carrie Nugent fĂŒhrte eine Simulation basierend auf 5 Millionen erdnahen Objekten, oder NEOs (Near-Earth Objects), mit einem Durchmesser von mehr als 140 Metern durch. Durch die Modellierung ihrer Umlaufbahnen ĂŒber 150 Jahre hinweg berechneten sie die HĂ€ufigkeit von Erdimpakten. Diese NEOs sind Himmelskörper wie Asteroiden oder Kometen, deren Bahnen sie in die NĂ€he der Erde bringen und somit ein potenzielles Kollisionsrisiko darstellen.

Vergleich der Einschlagswahrscheinlichkeiten von erdnahen Objekten ĂŒber 140 m mit anderen vorhersehbaren tödlichen Ereignissen.
Quelle: arXiv (2025). DOI: 10.48550/arxiv.2508.02418
Die Ergebnisse zeigen, dass ein Einschlag mit einem NEO dieser GröĂe etwa alle 11.000 Jahre stattfindet. Die Folgen variieren jedoch erheblich: Ein Asteroid, der im Ozean einschlĂ€gt, könnte keine TodesfĂ€lle verursachen, wĂ€hrend ein anderer, der ein dicht besiedeltes Gebiet trifft, Millionen von Menschen betreffen könnte. Geschwindigkeit und Ort des Einschlags spielen eine entscheidende Rolle fĂŒr das AusmaĂ der SchĂ€den.
Beim Vergleich dieser Wahrscheinlichkeiten mit anderen tödlichen Risiken ĂŒber eine Lebensspanne von 71 Jahren offenbart die Studie Ăberraschungen. Beispielsweise ist es weniger wahrscheinlich, von einem Blitz getroffen oder von einem Kojoten angegriffen zu werden, als einen Asteroideneinschlag zu erleiden. Im Gegensatz dazu sind Ereignisse wie AutounfĂ€lle deutlich hĂ€ufiger, was die relative Seltenheit kosmischer Katastrophen unterstreicht.
Die Zahlen im Detail
Ereignisse, die viel wahrscheinlicher sind als ein Asteroideneinschlag >140 m:
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Grippe (Influenza): etwa 470.000 Tote/Jahr (weltweit) â hĂ€ufig.
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AutounfĂ€lle (mit Verletzung): etwa 366 Tote/Jahr (Massachusetts, USA) â hĂ€ufig.
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Kohlenmonoxidvergiftung: etwa 105 Tote/Jahr (DĂ€nemark) â selten, aber sehr tödlich.
Ereignisse mit einer vergleichbaren Wahrscheinlichkeit wie ein Asteroideneinschlag >140 m:
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Einsturz eines Trockensandlochs: etwa 3 Tote/Jahr (USA) â sehr selten, fast immer tödlich.
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Elefantenangriffe: etwa 18 Tote/Jahr (Nepal) â lokal, selten.
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Tollwut (nach Biss): etwa 5 Tote/Jahr (USA) â sehr selten dank Impfung.
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FallschirmspringunfĂ€lle: etwa 1 Toter/Jahr (Niederlande) â selten, freiwillige AktivitĂ€t.
Ereignisse, die weniger wahrscheinlich sind als ein Asteroideneinschlag >140 m:
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Blitzschlag: etwa 27 Tote/Jahr (USA) â selten.
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Kojotenangriffe: etwa 0,03 Tote/Jahr (USA) â extrem selten.
Diese Arbeit soll der Ăffentlichkeit und EntscheidungstrĂ€gern helfen, diese Risiken besser einzuschĂ€tzen, und die Bedeutung von Programmen zur planetaren Verteidigung wie der DART-Mission unterstreichen, die die FĂ€higkeit zur Ablenkung von Asteroiden demonstriert hat.
Erdnahe Objekte (NEOs)
Erdnahe Objekte, oder NEOs, sind Asteroiden oder Kometen, deren Umlaufbahnen sie in die NĂ€he der Erde bringen. Sie werden nach ihrer GröĂe und ihrer minimalen AnnĂ€herungsdistanz klassifiziert, mit Durchmessern von wenigen Metern bis zu mehreren Kilometern.
Die Ăberwachung von NEOs ist entscheidend, um Kollisionsrisiken zu bewerten. Teleskope und internationale Programme, wie die der NASA, verfolgen diese Objekte, um ihre Bahnen zu berechnen und potenzielle Bedrohungen zu identifizieren.
NEO-EinschlĂ€ge können von einfachen Feuerkugeln in der AtmosphĂ€re bis zu katastrophalen Ereignissen reichen. Kleinere verglĂŒhen oft, bevor sie den Boden erreichen, wĂ€hrend gröĂere Tsunamis, BrĂ€nde oder Impaktwinter verursachen und das globale Klima verĂ€ndern können.
Das VerstĂ€ndnis von NEOs hilft bei der Entwicklung von Verteidigungsstrategien, wie Weltraummissionen zur Ablenkung oder Zerstörung gefĂ€hrlicher Asteroiden, um das Leben auf der Erde zu schĂŒtzen.
Planetare Verteidigung
Die planetare Verteidigung umfasst die BemĂŒhungen, Bedrohungen durch erdnahe Objekte zu erkennen, zu verfolgen und zu mildern. Sie beinhaltet internationale Zusammenarbeit und fortschrittliche Technologien, um katastrophale EinschlĂ€ge zu verhindern.
Missionen wie DART (Double Asteroid Redirection Test) testen Methoden, um die Bahn von Asteroiden zu verÀndern. Im Jahr 2022 gelang es DART, die Umlaufbahn eines kleinen Asteroiden zu modifizieren, und damit die Machbarkeit dieses Ansatzes zu beweisen.
Neben der Ablenkung umfassen andere Strategien den Einsatz von nuklearen Explosionen oder Gravitationsschleppern. Jede Methode hat ihre Vor- und Nachteile, abhĂ€ngig von GröĂe und Zusammensetzung des Asteroiden.
Investitionen in die planetare Verteidigung werden als eine Versicherungspolice fĂŒr die Menschheit angesehen. Obwohl groĂe EinschlĂ€ge selten sind, rechtfertigt ihr zerstörerisches Potenzial fortlaufende Forschungs- und VorbereitungsbemĂŒhungen.