🌌 Eine Kollision könnte die Milchstraße umgedreht haben

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Die Milchstraße könnte ihre Ausrichtung nach einer frontalen Kollision mit einer Zwerggalaxie vor etwa 10 Milliarden Jahren geändert haben. Simulationen, die auf der Jahrestagung der Royal Astronomical Society vorgestellt wurden, deuten darauf hin, dass ihre Scheibe um mehr als 90 Grad gekippt sein könnte.

Die galaktische Scheibe vereint die Mehrheit der Sterne der Milchstraße in einer abgeflachten Struktur. Die Sonne befindet sich in dieser Region, die auch die Spiralarme und das galaktische Zentrum enthält. Ihre heutige Form erlaubt jedoch keine direkten Rückschlüsse auf die alten Umwälzungen, die sie durchgemacht hat.

Darstellung einer Begegnung zwischen Gaia-Enceladus und dem Vorfahren der Milchstraße, die zur Entstehung unserer heutigen Galaxie führte.
Bild Wikimedia

Die Forscher konzentrierten sich auf die Rotation des stellaren Halo. Diese riesige Hülle umgibt die Scheibe und enthält Sterne, die sich viel langsamer um das galaktische Zentrum bewegen. Ihre besondere Bewegung weist auf eine uralte Verschmelzung zweier Galaxien hin.

Die beteiligte Zwerggalaxie, Gaia-Enceladus, wird umgangssprachlich Gaia-Sausage (die Wurst von Gaia) genannt. Ihre Sterne wurden anhand ihrer langgestreckten Bahnen und bestimmter gemeinsamer Merkmale identifiziert. Sie wären die Überreste einer Galaxie, die zu Beginn ihrer Geschichte von der Milchstraße absorbiert wurde.

Um die Folgen dieser Begegnung zu verstehen, verwendete das Team numerische Simulationen von Galaxien. Die Berechnungen zeigen, dass eine fast frontale Kollision die Scheibe einer Galaxie drehen kann. Diese Neigung erstreckt sich über mehrere hundert Millionen Jahre.

Die Ergebnisse bedeuten nicht, dass die Milchstraße wie ein fester Gegenstand umgedreht wurde. Die Sterne folgen individuellen Umlaufbahnen in einem riesigen Gravitationssystem. Die Kollision veränderte nach und nach die Gesamtorganisation der Scheibe und die Richtung ihres Drehimpulses.

Diese Entwicklung könnte erklären, warum der Halo der Milchstraße deutlich langsamer rotiert als ihre Scheibe. Sie liefert auch einen Rahmen für die Interpretation der heutigen Verteilung der Sterne aus der absorbierten Zwerggalaxie.

Die Studie basiert weiterhin auf Simulationen und der Interpretation der Sternbewegungen. Weitere Beobachtungen müssen die Chronologie der Kollision und ihren genauen Einfluss präzisieren.